Neue Bilder Sonntag, Jan 24 2010 

Norman Foster

Philippe Gaydoul

Picasso-Fisch

Samenkorn

Feuerschweif

Ikonographie

Ich male Menschen nach Foto. Sie können eigene Wünsche einbringen, wie das Bild aussehen soll: Grösse, Farben, Hintergrund, Trägermaterial,….  Auch moderne Bilder, Tierbilder, usw. können bei mir in Auftrag gegeben werden. Der Preis hängt vom Aufwand ab. Besuchen Sie meinen Onlineshop www.alina-gordon.ch, um mehr Eindrücke meiner Arbeiten zu bekommen. Kontakt: caroline.wick@bluewin.ch

Fleischkonsum in der Schweiz Freitag, Jan 22 2010 

In einer Fleisch-Broschüre von 1990 stehen folgende horrende Zahlen:

Pro Jahr werden geschlachtet:

- 3,2 Mio Schweine

- 200 000 Schafe

- 50 000 Ziegen

Leider fehlten die Angaben zu den Rindern. Laut der Broschüre sind allerdings die Schweine die wichtigsten Fleischlieferanten der Schweiz.

Milchlämmer werden bereits in einem Alter von 2-6 Monaten geschlachtet, also quasi als Babys. Auch Milchkälber, Gitzis, Milchferkel,… werden wohl nicht älter sein.

Mich schockieren diese Zahlen. Dass wir in der Schweiz noch so viel Fleisch essen…und dann kommen natürlich noch die Unmengen an importiertem Fleisch dazu! Und Tiere zu schlachten, die noch von der Mutter gesäugt werden, finde ich das Letzte!

Mager Sonntag, Nov 1 2009 

Mager

Sie betrachtete sich im Spiegel. Von vorne, von der Seite, von hinten. Sie strich mit der Hand über den Bauch, der sich flach zwischen ihren Beckenknochen spannte. Gott, war sie heute wieder dick! Sich über sich selbst ärgernd, dass sie dem halben Becher Magerjoghurt zum Abendessen nicht hatte widerstehen können, schlug sie sich heftig gegen den Bauch. Dann kniff sie wütend mit Daumen und Zeigefinger in Oberschenkeln und Bauch. Die roten Flecken, die dabei entstanden, störten sie nicht im Geringsten. Wie sie sich dafür hasste, dass sie nicht einen ebenso starken Willen hatte wie Severin! Vor einem Jahr hatten die beiden Freundinnen ein Abkommen getroffen, dass sie gemeinsam abnehmen wollten. Wer beim Essen sündigte, musste einen Franken in eine gemeinsame Kasse bezahlen. Im Moment waren 13 Franken drin, neun davon von ihr! Heute hatte sie zwar nicht gesündigt, aber sie fühlte sich trotzdem schuldig. Sie hatte den Tag mit Severin verbracht, die zum Mittagessen eine Kiwi gegessen hatte, während sie einen Apfel und ein Vollkornbrötchen zu sich genommen hatte. Das Abendessen hatte Severin ausgelassen, sie aber hatte natürlich dieses halbe Magerjoghurt essen müssen! Sie verabscheute sich für diese Undiszipliniertheit. Wie konnte sie ihre Ungezügeltheit rückgängig machen. Es musste eine Möglichkeit geben. Und es gab eine.

Sie ging auf die Toilette und versuchte zum ersten Mal, sich den Finger in den Hals zu stecken. Doch es klappte nicht. Sie würgte, und Speichel tropfte aus ihrem Mund, aber sie schaffte es nicht, den Finger tief genug in den Rachen zu stossen. Tränen der Enttäuschung und Verzweiflung fluteten über ihre geröteten Wangen. Was sollte sie bloss machen? Das schlechte Essen musste irgendwie wieder aus ihr heraus, sonst würde Severin ihren Vorsprung weiter vergrössern. Um sich für ihr Versagen selbst zu bestrafen, nahm sie die Nagelschere aus dem pink geblümten Necessaire und schnitt sich ein Stück Haut auf der Kuppe des Zeigefingers weg. Es schmerzte, als das Blut hervorquoll, doch sie genoss den Schmerz. Es war ein befriedigender, befreiender Schmerz. Sie betrachtete den dicken Blutstropfen, der wie ein kostbarer Rubin auf ihrer Fingerkuppe lag, einen Augenblick, denn steckte sie den Finger in den Mund und schmeckte das süssliche Blut auf ihrer Zunge. Schliesslich kroch sie in ihr Bett und zog die Decke ganz über sich. Sie rollte sich zusammen, machte sich ganz klein und nuckelte an ihrem Finger. Die Schwärze ihrer winzigen Höhle umfing sie mit mütterlicher Geborgenheit. Sie fühlte sich wie ein Fötus im Uterus. Die Zeit rann still an ihr vorbei. Sie zählte noch einmal die Kalorien des heutigen Tages zusammen und beschloss, am nächsten Tag überhaupt nichts zu essen.

Sie stand um sechs Uhr auf, kleidete sich an und trank schwarzen Kaffee mit Assugrin. Eigentlich hasste sie schwarzen Kaffee, doch seit einer Woche zwang sie sich, ihn so zu trinken. Mit Milch hatte er zuviele Kalorien. Sie würde sich mit der Zeit schon daran gewöhnen.

Im Zug schlief sie fast ein. Schwer fiel ihr das Kinn immer wieder auf die Brust, und sie musste sich zusammen nehmen, um dem Schlaf nicht nachzugeben. Einen Moment starrte sie aus dem Fenster, konnte aber nur die Reflexion der Zugfahrenden erkennen. Wenigstens konnte sie so unbemerkt die Reisenden studieren und sich daran freuen, dass sie die Schlankste von allen war. Selbstbewusst stieg sie vom Zug in den Bus um und wurde in diese verhasste Schule gefahren. Sie hoffte jeden Tag, dass der Bus einen anderen Weg nehmen und sie an einen ganz anderen Ort fahren würde, doch sie entging ihrem Schicksal nie, Tag für Tag wurde sie zur Schule gefahren ohne dass sie sich hätte wehren können. Sie quälte sich durch die Stunden, von den Mitschülern verstossen und gehänselt, von den Lehrern ignoriert. Auf die Hungerbauchschmerzen, die krampfartig auftraten, achtete sie nicht, und auch die tranceartige Leere, die dumpf in ihrem Kopf pochte und ein Gefühl erzeugte, als ob sie gar nicht lebte, versuchte sie auszuschalten, indem sie sich so gut es ging auf den Unterricht konzentrierte.

Als endlich Mittag war, packte sie ihren randvollen Schulsack und ging in den naturwissenschaftlichen Trakt, wo während der Mittagspausen kaum jemand war. Dort setzte sie sich, von einer Pflanze zum Eingang hin abgeschirmt, auf den Radiator und packte ihr „Essen“ aus: eine anderthalb Liter Flasche gefüllt mit kaltem Kaffee, der mit Assugrin und Zimt angereichert war. Sie trank den Kaffee langsam in kleinen Schlucken, wobei sie jeden Schluck „kaute“, um den Geschmack länger im Mund speichern zu können. Nach Beendigung des „Mahls“ ging sie auf die Toilette und trank Wasser, um den Bauch noch weiter zu füllen. Kontinuierlich floss das kalte Wasser ihre Kehle hinab, und sie trank, zwang sich zu jedem Schluck, bis das Hungergefühl in diesem Meer in ihrem Magen langsam  ertrank. Als sie endlich zufrieden war, fühlte sie sich wie ein zum Bersten mit Helium gefüllter Ballon.

Am Nachmittag hatte sie zuerst eine Stunde Deutsch und danach Sport. Diese Sportstunde war allerdings speziell, weil ihre Klasse und die Parallelklasse, in die Severin ging, einen Gemeinschaftslauf durchführen mussten, welcher der Schule Geld einbrachte. Je mehr Schüler den Fünf-Kilometer-Lauf innerhalb einer gewissen Zeitspanne beendeten, desto mehr Geld gab es. Anfangs lief sie mit Severin und plauderte ein bisschen mit ihr, aber bald gab die Freundin ihr zu verstehen, dass sie sich und die anderen herausfordern wolle, indem sie über die gesamte Strecke eine Topgeschwindigkeit beizubehalten versuchen wolle. Sie trabte also in ihrem gemächlichen Tempo weiter und hörte mit jedem Schritt das Wasser in ihrem Bauch glucksen, während Severin ihre Geschwindigkeit erhöhte und bald ausser Sichtweite war. In Gedanken stellte sie den Essensplan für den nächsten Tag zusammen: morgens Kaffee, mittags ein Magerjoghurt und einen kleinen Apfel, abends ein kleiner Salat mit Maggi, aber ohne Sauce. Schritt für Schritt trieb sie vorwärts, doch sie fühlte, wie ihre Kräfte schwanden. Sie keuchte wie eine alte Dampflokomotive und zu allem Übel quälte sie auch noch fieses Seitenstechen. Sie verlangsamte, ging einige hundert Meter in Schritttempo, ehe sie wieder beschleunigte. Fast hatte sie es geschafft. Sie war auf ihrem zweitletzten Rundgang, als sie vor sich eine Ansammlung von Schülern sah, die sich über etwas in ihrer Mitte beugten, und sie fragte sich, was da wohl los war. Als sie bei der Menschengruppe angekommen war, sah sie, was es war, das da am Boden lag, und ihr stockte der Atem. Es war Severin! Sie lag bewusstlos auf der feuchten Erde und sah aus wie eine der Mumien, die sie im Museum in Kairo gesehen hatte: vertrocknet, eingefallen, ohne Fleisch, nur Haut und Knochen, die Oberschenkel so dünn wie die Oberarme einer schlanken Frau. Jemand hatte den Sportlehrer gerufen, der jetzt angejoggt kam, Severin aufzuwecken versuchte und sie, als das sinnlos schien, wegtrug.

Nachdem sie sich in der Garderobe umgezogen hatte, bürstete sie sich die Haare und schaute in den rahmenlosen Spiegel. Die Augen, die ihr entgegen blickten, waren nicht die ihren, es waren Severins Augen. Sie erschrak und wandte sich schnell ab. Doch diese Sekunde der Illusion hatte gereicht, um ihr bewusst zu machen, dass sie gar nicht mehr sooo weit von Severin entfernt war. Auch ihre Wangen waren schon ein wenig hohl, auch ihre Knochen stachen bereits ein kleines bisschen hervor.

Am nächsten Tag erfuhr ihre Klasse, dass Severin tot war. Gestorben an Herzversagen, bedingt durch ihr extremes Untergewicht. Sie fühlte sich wie gelähmt. Konnte das wahr sein? Severin tot – von einem Moment auf den anderen? Die fitte, zielstrebige, willensstarke, selbstbewusste Severin – durch einen 5-Kilometer-Lauf dahingerafft? Es kam ihr alles so unrealistisch vor. Es kam ihr vor, als habe man eine grosse, gläserne Glocke über sie gestülpt und als nähme sie ihre Umgebung nur noch dumpf und verschwommen wahr. Sie wusste nicht, wie sie diesen Morgen hinter sich brachte, aber am Mittag ging sie in die Mensa und hörte sich selbst das Menü bestellen – zum ersten Mal seit zwei Jahren.

Mauritius Dienstag, Sep 15 2009 

Flic en Flac

Flic en Flac

Hotel Sugar Beach

Hotel Sugar Beach

Waterfall

Waterfall

The magic of the trees

The magic of the trees

Bird

Bird

Huge branches

Huge branches

Jungle

Jungle

Colorful earth

Colorful earthMe and the treeWaiting for breadSunset

Kapitel 2 meines Fantasy-Romans: Das Orakel von Farò Donnerstag, Sep 3 2009 

Mein Fantasy-Roman , , , , gordonsblog 7:59 pm

Mit wachsendem Unmut beobachtete Ximalia, wie jeden Tag, der nach dem Raub des Zepters verstrich, eine der hundert Sonnen von Magion erlosch. Die Königstochter schauderte, als ihr mit einem Schlag bewusst wurde, dass nach Ablauf eines knappen Jahres, nach weniger als 100 Tagen, alle Sonnen erloschen sein würden. Sie lehnte sich aus dem hohen Fenster ihres Zimmers und suchte mit den Augen den Horizont ab.
„Wo bleibst du“, seufzte sie, „Held von Magion? Komm doch, bitte komm! Ich brauche dich, damit wir gemeinsam gegen Zaronn kämpfen können.“
Ihre Augen fingen an zu tränen, weil sie so angestrengt die Landschaft nach einem Reiter absuchte. Sie wischte mit dem Handrücken über die Augenwinkel. Die Tränenflüssigkeit auf ih-rer Haut glitzerte im Sonnenlicht wie flüssiger Kristall. Draussen regte sich kein Wind. Kein Laut drang ans Turmfenster herauf. Es schien, als ob die Welt in Leblosigkeit verharrte. Ximalia fühlte sich sehr einsam. Die Grösse ihrer Aufgabe lastete schwer auf ihren Schultern. Obwohl sie sich über den Tod ihres Vaters sehr grämte, war doch die Sorge um Magion noch stärker. Ximalia rief fast stündlich ihren guten Geist, ihre Lehrmeisterin Asprogis. Doch ihr Erscheinen blieb genauso aus wie das des versprochenen Helden. Die Königstochter hatte den Eindruck, von allen verlassen und verraten worden zu sein. Selbst ihre Mutter war mit der Trauer über den Tod des Königs so mit sich selbst beschäftigt, dass sie kaum Trost für ihre Tochter übrig hatte.
Unruhig wanderte die Prinzessin in ihrem Zimmer auf und ab, blieb mal hier, mal dort stehen, um sogleich wieder in ihren nervösen Trott zu verfallen. Auf einer Rosenholzkommode stand eine Sammlung von kleinen Schatullen. Mit den Fingerspitzen fuhr sie sachte über die schönen Kunsthandwerke, nahm schliesslich eine runde Box aus geschnitztem Knochen in die Hände, drehte ihn und betrachtete ihn liebevoll. Diese Schatullen hatte sie im Laufe der Jahre alle von ihrem Vater geschenkt bekommen.
„Ach Vater, warum musste das passieren?“, dachte sie wehmütig.
Sie stellte die Box wieder an ihren Platz und warf sich auf ihr Himmelbett. Sie versank in den vielen weichen Kissen und Flaumdecken. Tränen liefen ihr über die Wangen und bildeten dunkle Flecken auf dem blassblauen Satinbezug der Decken.
Am sechsten Tag nach der Beerdigung ihres Vaters, als das Warten zu unerträglich wurde, entschloss sich Ximalia, das Orakel von Farò um Rat zu fragen, dessen Hüterin Dinrasselle war. Dinrasselle war eine Weise, eine Seherin, die den alten Sagen nach schon so lange auf der Insel Farò im See Fundor lebte, dass niemand wusste, woher sie einst gekommen war oder wie alt sie eigentlich war. Manche Magioner erzählten sich sogar, sie sei so alt wie der Planet Magion selbst. Sie sei eines der ersten Wesen gewesen, eine mächtige Zauberin, die das ewige Leben in sich trage. Tatsache war, dass sie vor Ximalias Vater schon dem König vor ihm und demjenigen davor als Seherin gedient hatte. Dinrasselle wohnte in grosser Abgeschiedenheit und durfte grundsätzlich in ihrer Ruhe nur gestört werden, wenn man dem Orakel von Farò eine Frage stellen wollte. Ximalia erinnerte sich an die Erzählung, nach der sich ihr Vater einmal dem Orakel widersetzt hatte und gegen dessen Rat gehandelt hatte. Das war in der Geschichte Magions noch nie vorgekommen. Ihr Vater hatte sich da eine Ungeheuerlichkeit erlaubt, für die sich Ximalia schämte, obwohl sie nicht das Geringste damit zu tun hatte. Aber sie war eben die Tochter des Mannes, der nicht auf den Rat des Orakels gehört hatte. Die Prinzessin schob diesen unangenehmen Gedanken schnell beiseite. Sie verliess den Palast und hastete über die Regenbogenbrücke, die vom hoch gelegenen Schloss Xanmor beidseitig zu den Ufern des Zaubersees von Fundor hinab führte. Die Regenbogenbrücke war einmal ein richtiger Regenbogen gewesen, der aber von den Göttern gehärtet wurde und der nun als far-benprächtige Brücke diente. Unter ihr sah die Prinzessin winzig kleine Bäume und Strassen. Ocker- und smaragdfarbene Felder reihten sich wie Mosaiksteine aneinander und wirkten wie ein ungegenständliches Gemälde eines talentierten Künstlers. Der See von Fundor glitzerte im Sonnenlicht und die Wälder um ihn strahlten in sattem Grün. Die junge Frau war gespannt darauf, Dinrasselle, von der sie schon so viel gehört hatte, endlich einmal selbst kennen zu lernen. Wie war sie wohl, diese Frau, die so alt war, dass niemand ihre Ursprünge kannte? Als sie die Regenbogenbrücke verliess, schlug sie einen schmalen Kiesweg ein, der zwischen dem Seeufer und dem Wald zu einem hölzernen Steg führte, an dem ein kleines Ruderboot befes-tigt war. Die Königstochter raffte ihr Gewand zusammen und kletterte in das sachte schaukelnde Boot. Mit einiger Anstrengung löste sie den Knoten, mit dem das Boot befestigt war, ergriff dann die Ruder und tauchte sie ins Wasser, das spritzend auseinanderschlug, um da-nach die Holzruder sofort zu verschlingen. Die Ruder waren so schwer, dass sie Mühe hatte, sie zu lenken. Deshalb bewegte sich das Boot nur langsam vorwärts. Silberblau wie die Schuppen eines Fisches schimmerte das Wasser unter ihr. Weit im See ragte ein kleines In-selchen aus dem Wasser, auf das sie zuhielt.
Welch schöne Erinnerungen hatte sie an diesen See. Oft hatte sie auf Geheiss der Weissen Fee Asprogis’ in seinem klaren Wasser gebadet. „So, wie du dich äusserlich reinigst, so reinigst du auch dein Inneres. Du lässt alle Gedanken gehen, nichts soll dich beschäftigen. Du bist frei und leer. Dein Geist wird eins mit deinem Körper, und dein Körper wird eins mit dem Wasser. Wenn du aus dem See steigst, wirst du neu geboren sein“, murmelte Asprogis jedes Mal. Nach der Reinigung durfte sie ein leichtes, weisses Kleid überstreifen und sich an einen ganz bestimmten Platz am Ufer Fundors setzten, um den Göttern zu opfern. Sie brachte dafür ein kleines Kohlestück in einem Dreifuss zum Glühen und streute wohlriechende Kräuter, Harze und Hölzer darauf. In weichen Drehbewegungen stieg der Rauch in den Himmel und Ximalia atmete ihn ein und fiel dadurch nach einigen Minuten in Meditationszustand. In diesem Zustand löste sich ihr Geist aus ihrem Körper und begab sich auf Reise. Es war jedes Mal ein wunderschönes Erlebnis, bei dem sie die Macht der Götter schaute. Am Ende des Zeremoniells träufelte sie heiliges Wasser vom See auf die Asche, die vom Kohlestück und den Räucherwaren übrig geblieben war, um so aufzuhören, wie sie begonnen hatte: mit den Wassern von Fundor.
Mit einem knirschenden Geräusch legte das Boot am flachen Kiesufer der Insel an, und die Königstochter vertäute es an einem Pfosten. Sie hob ihren Rock hoch, stieg vorsichtig aus dem Boot und folgte dem Weg, der sie zur Orakelstätte bringen sollte. Vögel sassen in den Sträuchern neben dem Weg und pickten von den roten Beeren. Ein Eichhörnchen, das auf ei-nem Ast sass und einen Tannenzapfen anknabberte, entlockte der Prinzessin ein kleines Lächeln. Hinter einer Baumgruppe tauchte der runde, säulenumgebene Tempel, das Zuhause der Dinrasselle, auf. Er war sehr klein, viel kleiner als Ximalia ihn sich vorgestellt hatte. Aber trotzdem strahlte er die Ehrfurcht eines Heiligtums aus, das die Menschen in seiner Anwesen-heit sofort demütig machte. Im Kuppelbau eingelassen war ein kleines Tor, durch das Ximalia gebückt trat. Als sich ihre Augen an die im Innern herrschende Dunkelheit gewöhnt hatten, erkannte sie am anderen Ende des Raumes die hageren Umrisse Dinrasselles. Die Zauberin hatte ihr den Rücken zugekehrt; sie kauerte unbeweglich neben einigen Töpfen und blieb selbst reglos, als Ximalia sich ihr hüstelnd näherte.
„Ihr kommt spät. Ich hatte Euch früher erwartet“, ertönte plötzlich ihre leicht heisere Stimme.
Sie bewegte sich noch immer nicht.
Ximalia hielt erstaunt in ihrem Schritt inne. Sie fragte sich, ob die Stimme überhaupt von Dinrasselle gekommen war.
„Ihr habt gewusst, dass ich es bin und dass ich kommen würde?“
Auf einen Stock gestützt stand Dinrasselle auf, eine Schale mit Kräutern in der Hand haltend, und drehte sich zu ihrer Besucherin um. Ihr Gesicht war alt und von unzähligen Runzeln ge-zeichnet. Ihre Haut war sehr blass und leicht durchscheinend. Man hätte meinen können, dass sie eine gewöhnliche, kränkliche Alte war, wenn nicht diese Augen gewesen wären; Augen, die erkennen liessen, dass sie das höchste Wissen in sich barg.
„Natürlich. Ihr musstet zuerst zu mir kommen, bevor sich Euer Schicksal erfüllen kann.“
Sie murmelte einige Zauberformeln, die Ximalia nicht verstand, und streute die Kräuter aus der Schüssel in das Wasser eines brunnenartigen Altars, worauf ein wohlriechender Rauch aufstieg, aus dem sich ein in einen Kreis eingefasstes Gesicht formte. Das Gesicht sah aus wie eine Maske oder wie ein Fabelwesen. Es hatte Widderhörner und einen seltsamen Aufsatzt auf dem Kopf. Dichte Augenbrauen, ein doppelter Schnurrbart und ein zotteliger Kinnbart gaben seinem Antlitz einen ungeheuren Ausdruck. Blätterränken gingen von allen Seiten von seinem Kopf aus und überschritten sogar den Kreis, in den das es schwebte. Die junge Thronnachfolgerin kam neugierig näher und musterte das seltsame Gesicht sowie die alte Frau. Sie wollte die Alte fragen, woher sie ihre Bestimmung kenne, doch Dinrasselle kam ihr zuvor, indem sie ihr mit einer Schnelligkeit, die Ximalia überraschte, den Zeigefinger auf die Lippen legte.
„Pssst. Das ist jetzt nicht wichtig. Ihr solltet nicht so viele Fragen stellen. Eine gesunde Portion Neugierde ist gut, zuviel bringt jedoch Schaden. Auf Eurer Reise werden sich noch zahllose Dinge zutragen, die Ihr nicht verstehen könnt. Ihr müsst lernen, manche Dinge einfach anzunehmen, so wie sie sind, ohne nach Herkunft oder Grund zu fragen. Denn auf so vieles dieser Welt gibt es keine Antwort. Und das ist auch gut so. Die Magie würde verloren gehen, wenn wir alles wissen und erklären könnten. Ein Mysterium ist nur solange mystisch, wie wir es nicht aufklären können. Sobald es logisch erklärbar wird, sobald es mit Hilfe von Zahlen und Fakten ausgedrückt wird, fällt der Zauber von ihm ab. Magion braucht seine Geheimnisse. – Schaut jetzt lieber das Orakel an und stellt ihm die im Moment einzig wichtige Frage. – Fragt und das Antlitz der Weisheit wird Euch antworten.“
Ximalia befeuchtete sich die Lippen. „Wann endlich kommt der Held, der mir geweissagt wurde?“
Das starre Gesicht begann, blau aufzuleuchten, und aus seinem Mund strömten die erklärenden Worte: „Iroas kommt nicht, Ihr müsst ihn suchen. Iroas ist der Letzte aus dem Geschlecht der heiligen Theolaos. Ihr werdet ihn erkennen unter Blut von Feinden an zwei Ringen, dem Zeichen aller Theolaos. Es ist Iroas’ Pflicht, Zaronn vernichtend zu schlagen. Seine Kraft, welche es vorerst in ihm zu wecken gilt, da er keinerlei Ahnung von ihr hat, kann allein den Fluch des Bösen brechen.
Aber seid gewarnt, o Kriegerin der Götter, zerrissen müsst Ihr die Banner des Üblen haben, bevor die letzte unserer hundert Sonnen erloschen ist. Mit jedem Tag, in dem das Zepter in Zaronns Macht ist, verglimmt eine Sonne, und wenn keine mehr übrig ist, kann Magion nim-mer mehr aus des Verräters Klauen befreit werden.“
Das Gesicht löste sich langsam auf und versank dann mitsamt dem Ring, in dessen Mitte es eingeschlossen war, in den Rauchschwaden, die dem Altar entströmten.
Ein Theolaos! Der Held, dem es bestimmt war, gegen Zaronn anzutreten, war ein Theolaos! Die Weisse Fee Asprogis hatte ihr nur voraus gesagt, dass einmal ein Zauberer Magion be-drohen würde und dass sie zusammen mit einem Helden gegen diesen antreten würde. Aber sie hatte nichts davon gesagt, dass dieser Held ein Theolaos war! Und wie konnte dies über-haupt möglich sein? Nach Ximalias Wissen waren alle Theolaos ausgerottet worden.
Die Theolaos waren ein halbgöttliches Volk, das aus der Untreue eines Gottes mit der Zaube-rin Nechrin entstanden war. Nechrin war die Urmutter und Behüterin aller Geheimnisse des Regenbogenzaubers, einer ganz alten Art der Zauberkunst, die für das Böse, für die ‚Praktiker der Schwarzen Kunst’ besonders gefährlich sein konnte.
Als Söhne der Nechrin pflegten die Theolaos die Geheimnisse des Regenbogenzaubers. Weil in ihren Adern zusätzlich das Blut eines Gottes floss, waren sie Herren über eine ganz beson-dere Macht, die nur ihnen eigen waren, da sie der einzige Völkerstamm von göttlicher Ab-stammung waren.
Das Volk der Theolaos lebte abgeschieden von aller Welt auf den ‘Regenbogen-Felsen’ an den Ufern von Fundor. Die zuckerhutartigen Felsen hiessen so, weil sie vom Schloss Xanmor aus in Regenbogenfarben schimmerten, da sich die Farben der Regenbogenbrücke an den glatten Steinwänden widerspiegelten. Die Felsen waren nicht nur glatt, sondern auch kahl und beinahe senkrecht in die Tiefe fallend. Auf ihren Gipfeln wucherte ein dschungelähnlicher Wald, und inmitten dieses fast undurchdringlichen Meeres der Vegetation türmten sich die steinernen Behausungen der Theolaos auf: Paläste, Altäre, Tempel und Türme, aufgebaut nach den Grundsätzen der Götter, bewohnt nach den Gesetzen des Regenbogenzaubers. Dieses Volk, entsprossen aus der Liebe eines Gottes mit der grossen Mutter und Behüterin der Träume, lebte allein für sich in seiner zauberumwehten Stadt, um seinen geheimen Wissen-schaften und Riten nachzugehen.
„Ihr habt es gehört.“, sagte Dinrasselle, nachdem sich die letzten Rauchschwaden des Orakels aufgelöst hatten. „Wenn Ihr das Zepter nicht zurückgewinnt, ehe die letzte Sonne stirbt, kann die Macht Zaronns nie mehr gebrochen werden und Magion ist auf immer zum Bösen ver-dammt. Erschwert wird Eure Aufgabe dadurch, dass ausgerechnet Zaronn das Zepter geraubt hat. Wenn es von einem normalen Praktiker der Schwarzen Kunst gestohlen worden wäre, hättet Ihr den Dieb auch selbst vernichten können, indem Ihr ihm das Zepter entrissen und es auf ihn gerichtet hättet. Aber Zaronn ist die gesammelte Machtessenz aller Kakoliden, und deshalb braucht es zusätzlich zur Macht des Zepter den Regenbogenzauber.“
„Die gesammelte Machtessenz der Kakoliden?“, fragte Ximalia, die nicht ahnte, wie mächtig ihr Widersacher tatsächlich war.
Dinrasselle blickte die Thronfolgerin mit zusammen gekniffenen Augen an.
„Ich nehme an, dass Ihr von den Kakoliden und deren Ausrottungszug gegen die Theolaos wisst, obwohl Ihr vier Jahre danach geboren worden seid?!“
Ximalia erinnerte sich nur zu genau an die Berichte von der Ermordung der Theolaos und damit verknüpft an die unehrenhafte Tat ihres Vaters, der dem Orakel von Farò keinen Glau-ben geschenkt hatte.
Nichts konnte den Alltag der Theolaos beeinträchtigen, nichts ihre zusammengetragene Magie zerstören – bis zu jenem schicksalsträchtigen Tag, an dem die Kakoliden, die schlimmsten Praktiker der Schwarzen Kunst, mit schrecklichen Flugtieren die Felsen des Regenbogens aus der Luft stürmten und die theolan’sche Stadt solange bombardierten, bis sie in sich zusam-menstürzte und ihre Bewohner niedergemetzelt waren. Ximalias Vater rüstete, nachdem er von der Invasion der Kakoliden gehört hatte, sofort seine Truppen, um die Verbrecher zu ver-nichten. Er gelangte mit seinem Gefolge zu den Felsen des Regenbogens, gerade als der Kampf zu Ende war und jede Hilfe für die Theolaos zu spät kam. Obwohl ihm das Orakel von Farò davon abgeraten hatte, vernichtete der König die Kakoliden in seiner masslosen Wut, indem er das Zepter auf sie richtete.
Ximalia nickte: „Ja, mein Vater tötete die Kakoliden mit Hilfe des Zepters, obwohl ihm Euer Orakel davon abgeraten hatte. Er lud damit grosse Schande auf sich.“
„Seine Schande ist noch das kleinste Übel. Viel schlimmer ist die Folge, die sich aus der Tat Eures Vaters ergeben hat. Die Kakoliden hatten einen schwarzen Spiegel geschaffen, welcher Ursprung und Bestand ihrer schwarzen Magie darstellte. Dieser Spiegel zersplitterte zwar in tausend Stücke, als der König das Zepter gegen ihn richtete, doch die Spiegelteile reflektier-ten die Strahlen nur. Der innerste Kern des Schlechten, der im Spiegelglas gefangen war, überlebte das Massaker. Dieser Kern setzte die dunklen Scherben wieder zu einem Ganzen zusammen und die übrig gebliebenen Reste der Schwarzen Magie sammelten sich in ihm, um eine neue Kraft zu entwickeln, stärker als je zuvor. Diese Kraft nannte sich selbst Zaronn.“
Was Dinrasselle selbst nicht wusste, war, dass die Kraft Zaronn einen Körper brauchte. Die Körper der Kakoliden waren in tausend Stücke zerborsten und die Leiber der Theolaos konnte die dunkle Macht nicht verwenden, da sie seit ihrer Geburt den Regenbogenzauber in sich trugen und ihre Körper deshalb für das Böse ‘verseucht’ waren. Bald aber fand die geballte Macht der Kakoliden eine geeignete Gestalt, in die sie schlüpfte, nachdem sie dem Spiegel entstiegen war. Zwar hatte die ‘Hülle’ einem sehr jungen Menschen gehört, doch Zaronn durchlebte die Kinder- und Jugendjahre dieses Menschen sehr rasch, sodass er innert weniger Minuten zum Erwachsenen wurde.
Ximalia hatte dem Bericht Dinrasselles ungläubig zugehört. Die Zauberin hatte ihr gerade den ganzen Radius der Katastrophe dargelegt, die sich aus der Tat ihres Vaters ergeben hatte. In ihrem Kopf dröhnte es und ihr schwindelte. Sie musste sich mit der Hand auf dem Altar ab-stützen, um nicht hinzufallen. „Wie ist es überhaupt möglich, dass ein Theolaos der Held ist, wo doch alle Theolaos von den Kakoliden getötet worden sind?“.
„Es gab einen Überlebenden“, erwiderte Dinrasselle. „Iroas wurde an eben diesem Schre-ckenstag geboren und konnte von seinem Vater in einer Höhle verborgen werden, ehe die Kakoliden in die Häuser einfielen und seinen Vater und seine Mutter, die noch schweissnass und keuchend auf dem Gebärbett lag, niederstreckten. Iroas ist der einzige Erbe des Volkes des Regenbogenzaubers, der Einzige, der dem Schicksal seines Volkes entging, um seine eigene Bestimmung zu finden und zu erfüllen.“
Die Hüterin des Orakels liess Ximalia keine Zeit, auf diese Information zu reagieren, sondern machte mit ihrer rechten Hand eine schlenkernde Bewegung zum Ausgang hin. „Geht nun, geht. Macht Euch auf den Weg und findet den Helden, der Euch geweissagt wurde.“
Ximalia bedankte sich irritiert und eilte so schnell als möglich zum Boot zurück. Hastig ruderte sie über den See Fundor und dachte unentwegt an Zaronn und den überlebenden Theolaos.
Iroas, einziger Überlebender des grauenvollen Massakers am Volk des Regenbogens, wurde in der Höhle, in der ihn sein Vater versteckt hatte, von einer Pumamutter und ihren Jungen aufgestöbert. Die Pumamutter erkannte die bedeutende Herkunft des Säuglings und zog ihn deswegen wie eines ihrer Jungen auf. Sie liess ihn an ihren Zitzen säugen und machte ihm damit ein Geschenk, das noch keinem Magioner widerfahren war: Dadurch, dass Iroas die Milch eines Muttertieres trank, lernte er die Sprache der Tiere als wäre er einer von ihnen.
Ximalia erreichte den Steg, befestigte das Boot und eilte den Weg zurück, den sie gekommen war. Nachdem sie über die Regenbogenbrücke im Palast angekommen war, suchte sie ihre Mutter. Sie schaute im Audienzsaal, in königlichen Schlafgemach, im Speisezimmer und im Salon nach: ohne Erfolg.
„Mutter, wo steckst du?“, dachte Ximalia. „Vielleicht im Garten?“
Die Prinzessin rannte eine Wendeltreppe hinunter, durchquerte den Innenhof und stürmte durch ein steinernes Tor in den Schlossgarten. Unzählige Blumen blühten in allen Farben in symmetrisch ausgerichteten Beeten. Die Buchsbäume waren zu Kugeln oder steilen Pyramiden geschnitten. In einem Springbrunnen plätscherte das Wasser, und überall waren Statuen aufgestellt. Ein Gärtner war damit beschäftigt, Unkraut zu jäten.
„Verzeiht“, sprach ihn Ximalia an, „habt Ihr meine Mutter gesehen?“
Der Gärtner blickte auf und blinzelte in die Sonne.
„Vor einiger Zeit hab ich sie in den Rosenpavillion gehen sehen. Ich weiss aber nicht, ob sie noch dort ist.“
Die Prinzessin sagte Danke und lief auf den Rosenpavillion zu. Ausser Atem stürzte sie hin-ein. Königin Ossiva sass auf der Himmelschaukel, die in seinem Innern aufgestellt war, und wischte sich mit einem Spitzentuch die Tränen von den Wangen. Ximalia setzte sich neben sie und nahm sie tröstend in die Arme. Nachdem sie sich ein wenig beruhigt hatte, erzählte sie ihr, was sie bei Dinrasselle erfahren hatte und dass es ihre Bestimmung sei, an der Seite eines Helden gegen Zaronn zu bekämpfen.
Ossiva blickte ihre Tochter geschockt an. „Du sollst gegen dieses Monster kämpfen, das dei-nen Vater ermordet hat? Das kommt überhaupt nicht in Frage! Ich will nicht nach meinem Mann auch noch mein einziges Kind verlieren. Wir haben schliesslich genug ausgebildete Soldaten, die das übernehmen können. Die wissen viel besser, …“
Noch während sie sprach, wurde ihr mit der Heftigkeit eines Messerstichs bewusst, dass sie ihre Tochter gehen lassen musste. Vor Jahren hatte sie der Weissen Fee Asprogis ein Ver-sprechen gegeben, das sie nicht brechen durfte. Ihr Herz setzte einen Moment, als sie sich über die Tragweite dieses Versprechens bewusst wurde. Ximalia bemerkte, wie ein Ausdruck von Angst und Schrecken über das Gesicht ihrer Mutter huschte, und fragte sie nach dem Grund. Ossiva erzählte es ihr und weinte bitterliche Tränen.
„Du brauchst dich nicht zu sorgen. Ich werde gut auf mich aufpassen und ausserdem stehe ich unter dem Schutz von Asprogis“, versicherte ihr Ximalia.
„Aber du bist ein Mädchen und so wie du es mir erzählt hast, ist Zaronn ein mächtiger Zaube-rer. Es ist für ihn bestimmt ein Leichtes, dich mit einem Schlag zu vernichten.“
„Wenn es dich beruhigt, kann ich mich mit einer Soldatengarde auf den Weg machen“, schlug die Königstochter vor.
„Natürlich nimmst du eine Soldatengarde mit, wenn du schon gehen muss! – Durch meine Schuld“, schluchzte sie und fing wieder an zu weinen.

New pics of some older paintings Montag, Aug 31 2009 

Kunst/art , , , , , , , , , , gordonsblog 8:48 pm

Dynamic

Dynamic

“Dynamic”, painted in 2002 is the first work of the following three “Order-Chaos” paintings. Inspiration was the action painting of Jackson Pollock. Movement, the universe, opposites are some of the ideas linked to these paintings.

 

 

 

 

 

Blue Silver

Blue Silver

 

 

 

 

 

 

 

“Blue Silver” and “Orange Gold” are work from 2006. They show the contrary of each other but at the same time they are two views of the same. Like a person and its mirror image. Some of the contrarys are “cold-hot”, “sun-moon”, “silver-gold”, “shadow-light”, “night-day”, “evil-good”, “one-several”, “together-on one’s own”… Think of opposites which are important for you and you will see them in these paintings.

Orange Gold

Orange Gold

Artemis, godess of hunt and the forest and its animals Donnerstag, Aug 27 2009 

Kunst/art , , , , , , , , , , , gordonsblog 8:32 pm

DSCF0046My latest artwork shows the Greek godess Artemis (Diana in roman terminology) with her bow and a deer. Her tiara with a silver moon is a famous attribute of her.

I let myself inspire by a statue from the Louvre in Paris.

Perlen im Chanel-Stil bei Alina Gordon Donnerstag, Aug 6 2009 

Schmuck/jewellery , , , , , , , , , , , , , , , , , gordonsblog 5:44 pm

Langer goldener Reisperlenstrang
Langer goldener Reisperlenstrang

 

„Coco avant Chanel“, der Film für Modebewusste und Bewunderer von Madame Chanel , ist ein Highlight des diesjährigen Kinoprogramms. Neben den eleganten Tweedkostümen verbindet man vor allem üppige Perlenketten mit dem Stil des Hauses Chanel und seiner berühmten Gründerin. Mit Sicherheit hätten die Perlenketten, die im Onlineshop Alina Gordon erhältlich sind, Coco gefallen!

www.alina-gordon.ch

 

Weisse und graue Perlen, mit Perlmuttverschluss in Blumenform
Weisse und graue Perlen, mit Perlmuttverschluss in Blumenform

 

 Klassische Perlenkette mit Lapislazuli
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Myconos Mittwoch, Jul 15 2009 

Reisen/travelling , , , , , , , , , gordonsblog 6:28 pm

Windmill on Myconos island

Windmill on Myconos island

 

Petros loves Yoga

Petros loves Yoga

 

Like a painting...

Like a painting...

 

 

Archeological site on the isle of Delos

Archeological site on the isle of Delos

 

Beautiful architecture on the neighbour island Tinos

Beautiful architecture on the neighbour island Tinos

 

Little Venice of Myconos

Little Venice of Myconos

 

White and blue are the typical colors of Greece - but not everywhere

White and blue are the typical colors of Greece - but not everywhere

 

Myconos is great if you are interested in taking post card pictures, in chilling on the beach, in partying, in eating well, in sitting on romantic places, in spending a lot of money in dresses, shoes, jewellery. (And it is also great if you are gay.)

Myconos is a bad choice if you want to hike, if you love nature, if you like archeological places (there is just the neighbour island Delos which is famous for this), if you are looking for some cheap souvenirs, if you want to see the real Greece.

Der Tod kann die Liebe nicht rauben Mittwoch, Jun 24 2009 

Gedichte/poems , , , , , , gordonsblog 7:24 pm

Der Schleier der Nacht fällt über den Himmel und verdrängt die Helligkeit des Tages. So, wie langsam die langen Schatten aus der Weite des Landes kriechen, keimen in meinem Herzen Erinnerungen auf, werden grösser und grösser, unaufhörlich, bis sie den letzten, kleinsten Winkel meines Selbst ausgefüllt haben.

Ich fühle einen stechenden Schmerz in meinem Herzen; mein Atem rasselt.

Ich versuche ruhig zu bleiben und horche angestrengt in mich hinein. Nach einiger Zeit höre ich Bilder, die vor meinem blinden Auge vorüberziehen. Ich höre das streichelnde Geräusch deiner Finger, die mir durch die Haare fahren. Ich vernehme deine weiche, vertraute Stimme, die mir zärtliche Worte ins Ohr flüstert. Ich halte die Laute in meinem Herzen fest und setze mich kraftlos auf die weissbedeckte Erde. Meine Nase schnuppert in die frische Luft, die nach der herben Nässe des Winters riecht und sich auf einmal mit dem Duft deiner Haut vermengt. Betörend umschmeichelt dieser Duft meine Sinne, lockt, schmachtet und ruft nach mir, bis es ihm gelungen ist, meinen Geist von meinem Körper zu trennen und ihn mühelos mit sich fortzutragen. Mein Körper bleibt auf dem glitzernden Boden zurück, aber mein Geist entschwebt leicht wie eine Feder in luftige Höhen. Eine tiefe Stille kommt mir entgegen und nimmt mich in ihre Arme wie du es immer getan hast

Einem Ei gleich liegt meine Seele in die Gebärmutter der Nacht gebettet. Schützend umhüllt sie meinen Geist mit ihrem schwarzen, samtigen Mantel, als wäre sie um mich besorgt wie eine Mutter um ihr Kind besorgt ist. Die Nacht ist meine Gastgeberin geworden.

Szenen, Bilder, Worte aus unserer gemeinsamen Zeit leben jetzt wieder auf und lassen meine Seele leuchten; ein Leuchten, das aus meiner vollkommenen Liebe entsteht.

Auf der Erde werden einige aufmerksame Menschen dieses Leuchten als neuen Stern bezeichnen.

Meine Lippen haben vor kurzem zu zittern aufgehört. Die Nacht ist kalt und der Winter streng. Am nächsten Morgen wird man einen leblosen Körper im Schnee finden, dessen Herz erfroren ist, obwohl es von der Erinnerung an diese eine Liebe gewärmt wurde. Meine steife Hand wird noch immer den Bernsteinanhänger umklammert halten, das erste Geschenk, das ich von dir bekommen habe; diese „Träne der Sonne“, die niemals versiegt und deren Glanz vielleicht sogar den neuen Stern am Himmel überdauern wird.

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