Weihnachtsgeschichte: Die Schneekugel Dienstag, Dez 23 2008 

Smitha Derivati lebte mit ihren Eltern und ihren beiden Schwestern in Dehli. Eine steile, schmale Treppe ohne Licht führte in die Wohnung hinauf. Auf dem obersten Tritt musste man seine Schuhe ausziehen, um nicht unnötigen Schmutz in die Wohnung zu bringen. Smithas Mutter war sehr auf Sauberkeit bedacht, obschon das in einer Stadt wie Dehli, wo es nur wenig geteerte Strassen gibt, fast unmöglich war. Im ersten Geschoss der Wohnung war die Küche untergebracht. Verbeulte Töpfe standen auf einem Brett an der Wand. Schränke gab es nicht. Nur Tücher, welche das Geschirr vom Strassenstaub, der durchs unverglaste Fenster herein kam, schützte. Im oberen Geschoss befand sich das Schlafzimmer. Rechts und links standen zwei Betten, auf dem jeweils die Eltern und die Kinder schliefen. Geblümte Baumwolldecken, die ihre besten Zeiten vor 40 Jahren gehabt hatten, bedeckten die Betten. In einer Ecke war ein winziger Fernseher aufgestellt und an den Wänden hingen bunte Postkarten vom Elefantengott Genesha. Die Wände waren von einem schmuddeligen Weiss, das zusätzlich von einigen Flecken verunstaltet war. Sie hätten dringend einen Neuanstrich bedürft, doch dazu fehlte der Familie Derivati das Geld. Vom Schlafzimmer aus führte ein kleiner Balkon nach draussen. Von dort hatte man eine schöne Aussicht über die Dächer der Nachbarschaft. Smitha schätzte besonders die Zeit des Sonnenaufgangs, wenn die gelbe oder rote Kugel der Sonne über dem mächtigen Strommast aufstieg. Dann betete sie auf dem Balkon zu Ganesha, für den die Familie einen kleinen Altar errichtet hatte mit einer Plastikstatue des Gottes, Räucherstäbchen und – je nachdem, was zur Hand war – Blumen oder Obststücken. Hinter einem Bretterverschlag waren Dusche und Toilette untergebracht. Leitungswasser gab es nicht. Man musste es in Eimern aus der Küche holen. Die Toilette war ganz im indischen Stil: ein Loch im Boden, aus dem es manchmal grässlich stank, was Smitha durchaus die Lust aufs Beten verderben konnte.

Smithas Vater arbeitete als Fahrrad-Rischka-Fahrer. An guten Tagen verdiente er 200 Rupien, an schlechten konnte er nicht einmal die Miete für die Rischka bezahlen. Von den indischen Fahrgästen konnte er nicht viel fordern, deshalb hoffte er immer auf Ausländer. Aber diese bevorzugten die motorisierten Tuktuks, da diese schneller und für zwei bis drei Personen Platz boten, während in der Rischka nur eine Person oder zwei schlanke sitzen konnten. Dazu kam ein heftiger Konkurrenzkampf. An allen Hotels und Touristenattraktionen warteten jeweils mindestens 10 Fahrer, in der Hochsaison bedeutend mehr. Die Chance, einen Touristen fahren zu können, war also relativ klein. Smithas Vater arbeitete nicht ungern als Rischka-Fahrer, obwohl die Arbeit ihn körperlich so auszehrte, dass er nicht viel mehr als Haut und Knochen war, und er auch im Monsoon fahren musste, wenn die Strassen sich in Flüsse verwandelten und man kaum mehr vorwärts kam. Aber die Arbeit war immerhin besser als in einer Fabrik eine 20-Stunden-Schicht arbeiten zu müssen. Smithas Mutter arbeitete morgens in einer Sarifabrik, wo sie Saris mit schillernden Pailletten, Rocailleperlen und Strasssteinen verzierte. Wenn sie Glück hatte, konnte sie mittags einen Sari nach Hause nehmen und dort weiter arbeiten. Das brachte immerhin ein paar zusätzliche Rupien ein.

Smitha war 10 Jahre alt und ging zu Schule. Ihre Eltern verzichteten auf vieles, um den Kindern die Schulbildung zu ermöglichen, die sie selbst nie hatten. Manchmal jedoch, wenn der Vater nicht genug verdiente, musste Smitha mit ihrer Mutter in die Fabrik gehen und helfen, Saris zu besticken.

Smitha war ein zufriedenes Kind, das seinen Eltern wenig Sorgen machte. Sie tat, was man ihr sagte, war von einer ergreifenden Herzlichkeit und ihrem Lachen konnte sich niemand entziehen. Obwohl sie kaum Spielzeug hatte, meckerte sie nie oder beneidete andere Kinder, die mehr hatten. Sie war sehr kreativ, was das Herstellen von Spielzeug anging. Sie bastelte aus leeren Kartonboxen und Holzstäben Elefanten und Kühe, band ein papiergefüttertes Stück Stoff so zusammen, dass eine Puppe entstand und erfand Wurfspiele mit Steinchen. Sie ging gerne in die Schule, da sie dort viele nützliche Dinge lernte. Vor allem das Lesen machte ihr Freude. In der kleinen Bibliothek, die zur Schule gehörte, hatte sie schon fast alle Bücher ausgeliehen.

Eines Tages erzählte ihr ihre Lehrerin, dass viele indische Filme in einem Land mit dem Namen Schweiz gedreht werden. Smitha suchte darauf so lange in der Bibliothek, bis sie tatsächlich einen Bildband über die Schweiz gefunden hatte. Auf den ersten paar Seiten standen Informationen über dieses Land in Europa, das Smitha so unbekannt war wie eine WC-Schüssel. Und dann kamen die Bilder. Das Buch war voller wunderbarer Bilder, Bilder von Bergen, Bilder von Seen, von seltsamen Blumen und Tieren, die aussahen wie Tiger in Miniaturformat, nur mit anderem Fell. Smitha sah Kühe, die im Gegensatz zu den indischen Kühen schwarze Flecken hatten, sie sah Wälder mit spitzen Bäumen (es waren Tannen), hellhäutige Frauen in weissen Blusen, schwarzen Schürzen und Spitzenhauben, die neben geschmückten Ziegen einher schritten, und Holzhäuser mit roten Blumen vor den Fenstern. Sie staunte über dieses Wunderland, liess sich mitreissen von der Bilderflut, entführen in eine ihr fremde Welt, die, je mehr sie davon entdeckte, eine immer grössere Faszination auf sie ausübte. Was sie jedoch am meisten in ihren Bann zog, war ein Bild, auf dem ein Dorf mit einem merkwürdigen weissen Material überzogen war. Das Material schien im Sonnenlicht zu glitzern und lag nicht nur auf den Häusern, sondern auch am Boden, auf Zäunen, auf den Bäumen, einfach überall. Smitha las die Bildunterschrift. „St. Moritz im Schnee“, stand da. „Schnee“, was war das für ein Wort? Smitha kannte es nicht, hatte es noch nie gehört. Sie rätselte, was es sein könnte. Vielleicht war es eine Art Krankheit, die das Land befallen hatte. Aber würde neben all den schönen Bildern so etwas Negatives in diesem Buch abgebildet werden? Vielleicht war es etwas, was die Schweizer zu einem Fest verstreuten. So, wie die Inder am Holi-Fest Farbpulver umher schleuderten. Aber dann brauchten die Schweizer sehr viel von diesem Material, um ein ganzes Dorf damit zu bedecken.

Am Nachmittag, als sie ihrer Mutter dabei half, Gemüse zu schneiden für ein Gemüsecurry, fragte sie: „Mama, was ist Schnee?“

Ihre Mutter schaute sie irritiert an. „Woher hast du dieses Wort? Ich habe es noch nie gehört.“

„Ich habe es in einem Buch über die Schweiz gelesen“, antwortete Smitha und versuchte, sich ihre Enttäuschung nicht anmerken zu lassen.

Am nächsten Tag bestürmte sie ihre Lehrerin, kaum dass diese das Schulzimmer betreten hatte. Sie zupfte am baumwollenen Sari der Lehrerin, schaute sie aus ihren grossen, wissenshungrigen Augen an und stellte die Frage, die ihr die ganze Nacht auf der Zunge gebrannt und ihr den Schlaf geraubt hatte.

„Schnee ist ähnlich wie Regen“, erklärte die Lehrerin. „In nördlichen Ländern, wo es im Winter kalt wird, gefriert der Regen und fällt als Schnee auf die Erde.“

„Und wie fühlt er sich an?“, wollte Smitha weiter wissen.

„Das weiss ich nicht, Liebes, ich habe selbst noch nie Schnee gesehen oder berührt.“

„Oh, schade“, meinte Smitha. „Können wir etwas machen, dass es auch hier Schnee gibt?“

„Nein, leider nicht, das liegt nicht in unserer Macht. Es hängt vom Wetter ab, von der Temperatur, und auf die können wir keinen Einfluss nehmen. Aber nun geh und setzt dich, damit wir mit dem Unterricht beginnen können“, antwortete sie und schob Smitha sanft von sich.

Natürlich passte Smitha bei der folgenden Rechenlektion nicht auf. Sie war viel zu sehr mit wichtigeren Fragen beschäftigt. Wie roch und schmeckte Schnee? Schmolz er, wenn man ihn berührte? Wie lange blieb er liegen? Wie kalt war er? Wie fühlte es sich an, wenn man auf ihm ging?

Nachts träumte sie vom Schnee. Sie war eine Schneemaharani, in einen hellblauen Salwar Kameez gekleidet, und tanzte auf dem Schnee. Sie wirbelte den Schnee mit ihren Füssen auf, warf ihn in die Luft, damit er wie glitzernde Pailletten hinunter fiel und auf ihren Schultern zu liegen kam wie ein feiner Schal. Sie schritt durch eine Reihe von Elefanten, die mit ihren Rüsseln feinsten Schnee auf sie stäubten. Tänzerinnen und Tänzer tanzten in farbenfrohen Kleidern auf dem verschneiten Balkon ihres Palastes, während sich schneebedeckte Gipfel im See vor dem Palast spiegelten.

Wie ein Pflänzchen spross in Smitha der Wunsch, einmal in ein Land mit Schnee zu reisen, am besten in die Schweiz. Sie wusste, dass das ein beinahe unmöglicher Wunsch war, aber Wünsche hüllten sich oft in einen Schleier der Unmöglichkeit. Wenn sie sich in der Schule anstrengte und gute Noten bekam, würde sie studieren und einen guten Job bekommen. Wenn sie das Geld sparte und dazu noch einen einigermassen wohl situierten Mann heiratete, würde sie vielleicht einmal in die Schweiz reisen können. Sie würde die gefleckten Kühe sehen, die spitzen Bäume und die Frauen mit den seltsamen Kopfbedeckungen.

Zwei Jahre später, Smitha spielte mit anderen Kindern draussen auf der Strasse, kam eine junge Frau auf sie zu. Die Frau war hellhäutig und hatte Haare wie die Sonne. Sie trug eine leichte, weisse Hose und ein besticktes, rotes Top. Sie war gross und schlank und erinnerte Smitha an eine Ausländerin, die in einem Bollywoodfilm gespielt hatte. Die Frau kam direkt auf die Kinder zu, doch Smitha verstand nicht, warum. Was wollte sie von ihnen? Als die Fremde noch einen Meter entfernt war, langte sie in ihre riesige Beuteltasche und zauberte einen Stoffhund hervor, den sie Smithas Freundin gab. Smithas Schwestern bekamen eine Kette mit Glasperlen und glitzernde Aufkleber. Jetzt hatten auch die Kinder, die auf der anderen Strassenseite gespielt hatten, entdeckt, dass es hier etwas zu holen gab. Sie rannten auf die Frau zu, bedrängten sie und rissen ihr aus den Fingern, was sie aus der Tasche holte. Smitha getraute sich nicht, aufdringlich zu werden. Sie fand, dass sich das nicht gehörte. Sie stand abseits und sah dem Treiben neugierig zu. Endlich hatte jedes Kind ein Geschenk bekommen und die Frau entfernte sich, jedoch nicht, ohne Smitha einen Blick zuzuwerfen, der ein Versprechen zu beinhalten schien. Die Fremde schaute sich in einem nahen Geschäft Bindis an, aber sobald sich die Kinder verstreut hatten, kam sie zurück und lächelte Smitha an. Smitha lächelte zurück, schenkte der Fremden ihr schönstes Lächeln. Ohne ein Wort zu sagen, griff die Frau ein letztes Mal in ihre Tasche und brachte eine Glaskugel zum Vorschein. Sie drückte sie Smitha in die Hände, lächelte noch einmal und ging fort. Smitha sah ihr nach, bis sie von der Menschenmenge verschluckt wurde, und sie nicht einmal mehr die gelben Haare ausmachen konnte. Jetzt erst betrachtete sie die Kugel richtig. Sie war etwa so gross wie Papas Faust und hatte einen weissen Sockel, auf dem sie stehen konnte. Im Innern der Kugel waren diese spitzen Bäume, die sie aus dem Buch über die Schweiz kannte, und drei der Holzhäuser, die ebenfalls im Buch abgebildet waren. Das Beste jedoch war, dass alles von einer weissen Schicht überzogen war. Schnee! In dieser Kugel war Schnee! Reflexartig schüttelte Smitha die Kugel. Und siehe da: Der Schnee stob auf, um dann friedlich herunter zu rieseln. Smitha sah dem Wunder staunend zu, sah die tanzenden Flocken und verspürte das Bedürfnis, sie zu berühren. Einen kurzen Augenblick erwog sie, die Kugel zu zerschlagen, um den Schnee auf ihren Händen zu fühlen und damit eine Antwort auf all ihre Fragen zu finden, doch dann entschied sie sich anders. In der Kugel war der Schnee geschützt und würde besser erhalten bleiben, als wenn sie ihn heraus nähme.

Sie schüttelte den Glasball erneut und erfreute sich am Schneefall wie sie es in Zukunft noch oft tun würde. Woher hatte die Fremde bloss gewusst, dass sie sich Schnee wünschte? Smitha fand keine Antwort darauf, aber es spielte auch keine Rolle. Hauptsache, ihr Wunsch war in Erfüllung gegangen, wenn auch in etwas anderer Form als ursprünglich gedacht.

Leben und Werk Kandinskys Sonntag, Dez 21 2008 

Wassily Kandinsky wird 1866 als Sohn einer reichen Familie geboren. Die ersten 30 Jahre seines Lebens verbringt er in seiner Heimat Russland, wo er Volkswirtschaft und Jura studiert. Kandinsky hat immer schon mit der Musik und der Malerei geliebäugelt, weshalb er 1896 seine erfolgversprechende Karriere zugunsten eines Kunststudiums in München aufgibt. Der seit 1892 verheiratete Kandinsky besucht den Unterricht in einer Privatschule und bei einem Symbolisten. Weil der Unterricht seine Erwartungen nicht erfüllen kann, bricht er ihn 1901 ab und arbeitet selbständig weiter. Er gründet die Künstlervereinigung „Phalanx“, die viele Ausstellungen organisiert, und betätigt sich als Lehrer und Kunstkritiker. Neben locker gemalten Landschaftsstudien in Öl entstehen in dieser Zeit vor allem stilisierte Bilder mit Motiven der russischen Märchenwelt. 1902 lernt er die junge Malerin Gabriele Münter kennen, mit der er eine Liebesbeziehung beginnt. Die „Phalanx“ löst sich 1904 wieder auf. In den darauffolgenden vier Jahren unternimmt Kandinsky mit Münter zahlreiche längere Reisen. 1909 kaufen und beziehen die beiden ein Haus als Zweitwohnsitz in Murnau, Oberbayern. Das Malerpaar inspiriert sich gegenseitig, es folgt eine Phase der intensiven künstlerischen Auseinandersetzung mit der Farbe und dem ins Abstrakte gehende Landschaftsbild. 1909 gründet Kandinsky die „Neue Künstlervereinigung München“, die bald über ein Dutzend mitbeteiligter Künstler zählt. 1911 tritt Kandinsky wegen Meinungsverschiedenheiten mit den anderen Künstlern aus der Vereinigung aus und lässt sich offiziell von seiner Frau scheiden. Mit seinem Freund Franz Marc organisiert Kandinsky zwei Ausstellungen mit Bildern verschiedener europäischer Maler, die unter dem Namen „Der Blaue Reiter“ bekannt werden. 1912 erscheint ein Sammelband der beiden unter demselben Titel, in dem sie einen Überblick über die wegweisenden Kunstströmungen von Malerei, Graphik, Musik und Bühnenkunst der Gegenwart geben. 1914, bei Ausbruch des ersten Weltkrieges, muss Kandinsky Deutschland und somit auch seine Freunde verlassen und nach Russland zurückkehren. Während der Kriegsjahre malt er wenig und lebt zurückgezogen, allerdings erlebt er mit der jungen Russin Nina Andreewsky, die er 1917 heiratet, eine neue Liebe. 1921 kehrt Kandinsky mit seiner Frau nach Deutschland zurück und findet in Weimar am Bauhaus, einer modernen Schule für Gestaltung, eine neue Betätigung. Er unterrichtet Farben- und Formenlehre und bevorzugt für seine eigenen Bilder jetzt klare geometrische Formen, die er mit spielerischer Hand zu Konstruktionen verdichtet. Er tritt in eine enge Freundschaft mit dem ebenfalls am Bauhaus lehrenden Künstler Paul Klee. Ab 1925 lehrt er am Bauhaus in Dessau, später für ein Jahr in Berlin, bevor er 1933 wegen ihrer Schliessung die Schule verlassen muss. Kandinsky zieht, weil er dem nationalsozialistischen Feindbild der Deutschen unter Hitler entspricht, nach Frankreich, wo er noch einmal eine letzte schöpferische Hochphase erlebt, in der organische Formen auf die altvertrauten geometrischen treffen. 1944 stirbt er an einem Hirnschlag.

 

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Jaguar or Leopard coat Dienstag, Dez 16 2008 

I was in Paris this summer where I had seen several georgeous vintage Leopard coats and jackets. I fell in love with them but they were so expensive that I couldn’t afford them (or better: one of them). Last week I discovered a beautiful Jaguar coat on Ebay. I was the highest bidder until someone overbid me in the second last second!!! I got really furious! I absolutely wanted that coat!

Maybe you think: Oh, she is very cruel, she wears a real fur jacket.  I love the material, that’s true, but I would never buy a new jacket or coat. No animal has to die because of me. Maybe you say: Ok, but what’s when another woman sees you in a fur coat, gets inspired and goes straight to the next fur shop where she buys a new coat which many animals had died for? Then I say: That’s true, there is nothing I can do about that. But when I cross the street at red lights, am I responsible when the person next to me does the same?

Stationen der Geschichte des Akts Dienstag, Dez 16 2008 

1. Griechische Bronzezeit und Archaik 

 

Schon früh, das heisst etwa um 3000 vor Christus, entstanden im ägäischen Raum dreidimensionale, plastische Bildwerke. Der Frau als Mutter, als Wesen, das, wie die Erde auch, befruchtet wird, in ihrem Bauch ein Baby austrägt und dieses schliesslich als kleines, doch vollkommen „funktionierendes“, lebendes Wesen gebärt und nährt, gebührte eine grosse Anerkennung. Deshalb zeigen viele Darstellungen nicht nur die sterbliche Frau, sondern auch viele Mutter-Gottheiten. Die Wertschätzung der Frau kann man nachvollziehen, wenn man bedenkt, dass das weibliche Wesen nicht nur fruchtbare Lebensspenderin der Menschen war, sondern stellvertretend als die Grosse Mutter angesehen wurde, die sogenannte Ur-Mutter, aus deren Schoss einst alles entstanden war: Pflanzen, Tiere, Menschen.

In der Ausformung halten sich die Figuren dieser Zeit in einem Primitvschema, allerdings sind die altsteinzeitlichen Gestalten viel plumper, massiger, dickbäuchiger und kurzbeiniger als etwa die jungsteinzeitlichen Frauenplastiken der Kykladen. Diese sind langgestreckter, haben einen säulenartigen, langen Hals, sind schlank und weisen eine gewisse Zwitterhaftigkeit aus.

Erst um etwa 600 vor Christus begannen die Griechen, den Mann ganz nackt darzustellen. Bei den olympischen Wettkämpfen hatten die Männer nämlich damit begonnen, den störenden Lendenschurz abzulegen. So stellten die Künstler die Sportler fortan oft nackt dar. Aber noch waren die Leiber nicht so perfekt proportioniert, die Muskeln so fein ausgestaltet wie wir das aus der Klassik und dem Hellenismus kennen.

Mit der Zeit formten sich die plastischen und die zweidimensionalen, nicht-räumlichen Darstellungen auf Keramik immer mehr aus.

 

 

2. Klassik und Hellenismus

 

Durch genaue Studien des menschlichen Körpers waren die Griechen schliesslich fähig, Skulpturen von unbeschreiblicher Schönheit und anatomischer Genauigkeit zu schaffen. In den grossen Museen dieser Welt bewundern wir die gut proportionierten Statuen von olympischen Sportlern. Es sind wunderschöne, kräftige Leiber, von denen wir jeden einzelnen Muskel sehen. Idealisierte Körper, die für die individuellen physischen Mängel der Modelle keinen Raum liessen. Schon damals gab es also das Ideal, wie ein Mensch zu sein hatte, und entsprach er nicht diesem Vorsatz (was kaum hundertprozentig möglich war), wurde er in seiner Abbildung kurzerhand verschönert. Heute werden in der Werbung die Fotos von Models auch retouchiert, wenn sie nicht bis ins kleinste Detail der Vorstellung des gängigen Schönheitsideals entsprechen. Plötzlich sind die Lippen voller, die Haare glänzender, ist die Haut reiner und die Nase schmaler als in Wirklichkeit.

Wir sehen Bewegung, Stolz, Anmut und Kraft in den Figuren dieser Zeit, doch selten werden wir irgendeines Gesichtsausdrucks, einer Mimik, gewahr. Nach einem lachenden, strahlenden Gesicht kann man unter griechischen Stauen lange suchen. Meist sind die Gesichter ernst, stolz und mit einem Ausdruck grossen Selbstbewusstsein. Eher als ein lachendes Gesicht zeigen sich schmerzerfüllte oder ängstliche Züge, so zum Beispiel in der Figurengruppe, die den Todeskampf des Lakoon zum Thema hat.

Wie die Frau in der Bronzezeit und der Archaik die Hauptrolle in den Darstellungen gespielt hatte, wurde sie mit Beginn der Klassik in eine Nebenrolle gedrängt. Die Ehefrau als Regentin über Kinder und Haushalt war vom öffentlichen Leben fast vollkommen ausgeschlossen. Sie führte ein unterdrücktes Leben und wurde als Person und Individuum überhaupt nicht wertgeschätzt. Deshalb, und weil in den Augen des Staates allein der athletische Mann Träger des Staatswohls und des Krieges war, wurde bloss der Mann als abbildungswürdig angesehen. Die Kunst hatte den Zweck, das Augenmerk der Bürger auf wichtige und erstrebenswerte Dinge zu lenken, und weil die Frau eine solch geringe soziale Bedeutung hatte, musste sie auch in der Kunst zur Seite treten.

 

 

3. Hochrenaissance

 

Durch die grosse Horizonterweiterung des Menschen in der Hochrenaissance traten neben die althergebrachten kirchlichen Motive neue Inhalte, die es wert schienen, künstlerisch umgesetzt zu werden. Der Mensch als Darstellungsobjekt rückte von seiner Statistenrolle neu ins Rampenlicht des künstlerischen Interesses. Er drückte mit seinem Körper und Sein Grösse und Majestät aus. Im Menschen pries Gott seine Schöpfung. Mit dem erwachten Interesse am Menschen und an der Natur begann die Suche nach messbaren Proportionen. Albrecht Dürer und vor allem auch Leonardo da Vinci knüpften an die medizinischen Sektionen der Vorrenaissance an und erforschten im 15. und frühen 16. Jahrhundert die Anatomie des menschlichen Körpers. Sie stellten Proportionslehren auf und leisteten somit einen grossen Beitrag für die naturgetreue Abbildung des Menschen in der Kunst.

 

 

4. Barock

 

Der Barock entwickelte sich aus der Renaissance. Da einige offizielle Akademien keine weiblichen Aktmodelle zuliessen, fanden Aktstudien vorwiegend in privaten Akademien statt. Die Darstellung nackten Fleisches entfaltete sich im Barock aus der Rechtfertigung des mythologischen oder biblischen Themas heraus. Die Malerei konnte mit den Gegensätzen „nackte – bekleidete Menschen“, „helles, blühendes Frauenfleisch – dunkles, muskelbepacktes Männerfleisch“, ect. arbeiten. Die Aktmalerei erlangte vor dem Hintergrund einer unwirklichen, idealisierten Darstellung der Antike eine neue, immense Bedeutung. Durch das gezielte Einsetzen von Hell-Dunkel, von treffenden Farben und von Lichtreflexen konnten die sinnlichen Reize des schwülstigen, nackten Körpers, die genaue Widergabe des Materiellen und der Ausdruck des seelischen Zustands gesteigert werden.

 

 

5. Moderne

 

Die Aktmalerei des 20. Jahrhunderts ist so unterschiedlich und manchmal auch widersprüchlich, dass man sie nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen kann. Viele Künstler haben mit ihrer teilweise sehr persönlichen Sichtweise das Menschenbild der Moderne beeinflusst. So sind zum Beispiel die Akte des Expressionismus gekennzeichnet durch leidenschaftliche Intensität und durch eine Ausdrucksweise die sich nicht allein auf die Formgestaltung beschränkt, sondern übergreift auf eine impulsive Auseinandersetzung mit Farben. Die Aktdarstellungen des Surrealismus greifen Sigmund Freuds Schriften der Psychoanalyse auf und beschäftigen sich mit der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Unbewussten und Triebhaften. Die Aktkunst des Pop-Art betont den Warencharakter von Körper, Schönheit und Sexualität in einer Welt des Kommerzes, des Konsums und der Medien.

 

 

Bibliographie:

G. Bammes: Akt, Das Menschenbild in Kunst und Anatomie, Stuttgart und Zürich, 1992.

 

My sojourns in the U.S. and in Great Britain Montag, Dez 8 2008 

 

Golden, Colorado, U.S.A

After maturity, I flew to the U.S.A, where I stayed with my relatives for two months.  I don’t know the degree of relationship exactly, but George Neserke is something like a grand-cousin of mine. He is married with Ruth Hund and has a little boy, Karl, who was about three, when I was there.

I had my own room in the house of my relatives in Golden, a little town with approximately 16 000 inhabitants. At that time, George worked in a beer factory in Golden itself, while Ruth had a job in Denver. Therefore, from time to time Ruth gave me a lift to Denver early in the morning. In Denver, I visited all those interesting museums, for example the very big and amazing art museum, the house of Molly Brown, one of the survivors of the Titanic desaster, the science museum. I also went to the zoo and to an art festival. I visited different galleries and learnt that American artists make really beautiful things. They draw or paint or carve natural things most of the time: animals, landscapes, things of the wild, untouched and fantastic American wilderness. Many artists who make Indian jewellry or other Indian artwork (for example the mysterious Katchina dolls or colourful rugs) are Red Indians, or Native Americans as they call themselves.

I got to know Starbuck’s there and became a real fan of that coffee shop, although it’s not cheap to have a coffee there.

 For me it’s obvious that I had a closer look at the shops at Denver’s shopping malls. I recognized that they have a lot of souvenir shops and galleries and shops with different art work. And I recognized that one can buy a lot of different food in those food shops, from light to fat products, from a more or less small package to a very big family package. I also became aware of all those fast food shops and had a shock because I saw all those Americans walking around in casual clothes, which means in washed-out shorts and unshaped T-shirts. Because I am interested in Asia, I visited the Cherry Blossom Festival in Denver, where I had the chance to see some beautiful Asiatic art work, a performance of Japanese dancers and drum players. I also attended a course where you learn how to make Ikebana flower art. That was interesting but tough as well, because the master was never content with our work.

I wanted to take more art courses, but most of them were too expensive or took place too far away.

As I was something like an au-pair, I helped my guest-family in the household during the week. Most of the time I cooked for them, because they don’t really know how to cook. They just put something into the microwave…. Therefore, they enjoyed my meals most of the time.

In the afternoon, I looked after Karl (in the morning, he always was in a child care centre) and played with him.

I wrote quite a lot of letters to my family and to my friends in Switzerland. This was a good writing training for me, because I did it in English.

It was my aim to study some more English, therefore I read “Around the world in 80 days” and another book in English, studied the grammar pages and the wordlist of my former English school books.

At weekends, my relatives, who love the mountains, and I went hiking most of the time. I was fascinated by the American nature, the Rocky Mountains for instance are really fantastic. More than just once I was lucky enough to see deer walking around, twice or three times even in our garden in Golden!

Because I am a real fan of the Native Americans, I was happy to attend a Navaho dance festival, a so called Pow-Wow.

I got in touch with different people, not only my relatives, their work colleagues and friends, but also with strangers.

In those two months I not only improved my English but learnt a lot about the American way of life, about Denver, art and nature.

 

Brighton, Great Britain

2002, I went to Great Britain to improve my English once more. I stayed with a guest-family in their house in Brighton and went to a Eurocentres school in the centre of the town. I started in an upper intermediate course and changed to an advanced course during my stay of six weeks. I was at school for 25 hours a week.

The guest-family consisted of three people: the mother, the father and one son. The older son was on a trip through Australia with his girlfriend at that point of time.

I liked the family a lot, it was fun to talk to them and to see how much the parents were in love with each other even 30 years after their marriage. Nevertheless, I found it a bit disappointing that they never did anything together with me.

At the weekends I often took the train for London and visited the most interesting places there: three art museums, the science museum, Albert and Victoria Museum, London Dungeon, Mme Tussaud, the British Museum, different castels and parks. I fell in love with the British Museum, because it has some of the most important historical pieces in its collection, so for example the stone of Rosetta. I also booked a tour of my school on which we visited Bath, Stonehenge and Hampton Court. I enjoyed “Les Miserables” with a friend of mine, who came to Brighton for the time of a weekend and visited a nice, little cottage with a Greek who I met in the British Museum.

I also had an unpleasant experience with a guy around twenty who opened his trousers in front of me…

I attended a dog race and went to “Seven Sisters Country Park” several times for hiking and strolling around.

After school I often went to Starbuck’s where I had a coffee and did my homework or read a book.

Before I took off to England, I had bought a vocabulary book, so I was able to learn some new words whenever I had nothing else to do.

I resisted speaking German to Swiss students and wrote and read only in English.

Maybe I was a bit unlucky, because I didn’t find new friends in England. I changed e-mail addresses with some students of my school, with some teachers as well and with Antimoos, the Greek. But I lost contact with all of them, even – and I am really sad about that – with Antimoos.

Of course, I also discovered those luxury shops like Harrods or Harvey Nichols and imagined what it would be like to buy some of those beautiful things. Designer handbags were arranged like precious stones, dresses looked like untouchable art pieces. Customers must be rich or very rich to be able to buy frequently in those shops. I really smelt the scent of money in the air…

      I’ m sure, this stay was a gain again for my English and for my cultural knowledge!

Absage vom Verlag Samstag, Dez 6 2008 

Leider hab ich’s nicht geschafft! Ich habe eine Absage für meinen Fantasy-Roman gekriegt. Ich bin zwar froh, dass ich eine begründete und nicht eine dieser zerstörerischen Standard-Absagen bekommen habe, aber zum Teil verstehe ich die Kritik nicht. Warum darf ich nicht schreiben „weisser Marmor“? Es gibt doch auch schwarzen oder rosafarbenen Marmor. Warum ich nicht „alte Tradition“ schreiben soll, ist mir da schon verständlicher. Traditionen müssen schliesslich ein gewisses Alter haben, sonst wären es keine Traditionen.

Ich weiss jetzt nicht, was ich machen soll. Soll ich das Manuskript noch einmal überarbeiten? Habe ich die Zeit, Muse und Kraft dazu? Wenn ich nur wüsste, ob es irgendwann einmal etwas bringt, dann fiele es mir viel leichter. Hingegen wenn ich es nicht mache….kann ich dann akzeptieren, dass ich meine Geschichte nicht veröffentlichen kann? Sie ist doch gut, voller Fantasie. Und um es ganz unbescheiden zu sagen: Ich habe im letzten halben Jahr mindestens 10 Bücher angefangen (und weggelegt), die schlechter waren als meine Geschichte, mit viel Blabla und wenig Spannung.

Nein, ich denke, ich muss es nochmal versuchen, es kann einfach nicht sein, dass ich es nicht schaffen soll! Eine Kerbe fällt noch keinen Baum!!!

Puppenhausmuseum Basel Samstag, Dez 6 2008 

Liebe Leserinnen und Leser

Diesmal möchte ich euch einen Vorschlag machen, wenn ihr an einem Wochenende nicht wisst, was machen. Nehmt eure Freundinnen unter den Arm und besucht das Puppenhausmuseum in Basel. Es eignet sich auch besonders gut, um der Oma eine Freude zu machen oder um die Mutter auf einen Versöhnungsausflug zu entführen. Und jeder Mann, der seine Freundin dorhin bringt, wird ihre unverhohlende Bewunderung ernten.

Das Museum ist herrlich für alle, die gerne in Nostalgie schweben und/oder als Kinder gerne mit Puppen und Teddybären gespielt haben. Hinter Glas sind unzählige Teddys ausgestellt, alte und neuere, grosse und kleine, angezogene und nackte. Warum versucht ihr nicht, sie zu zählen? Sehr niedlich sind die Puppenhäuser und ihre aufwändigen Einrichtungen. Da gibt es riesige Villen, ausgestattet mit Bibliothek, Salon, Billiardzimmer, Kinderzimmer, Boudoir, Küche, Esssaal, Schlafzimmer,… Winzige Möbel, Rüschenvorhänge, Bilder an den Wänden, Geschirr so klein wie ein Fingernagel, feine Teppiche und sogar ein Tigerfell zeugen von der Detailgetreuigkeit der Hersteller. Geht auf Entdeckungsreise und nehmt euch Zeit, all die Zaubereien in Miniatur anzuschauen. Toll sind auch die Geschäfte: Da gibt es einen Metzger, eine Bäckerei, einen Hochzeitskleiderladen, eine Schuhmacherei und sogar eine Tierhandlung. Besonders gefallen hat mir jedoch der Accessoiresladen mit seinen Miniaturschühchen im Stil Louis XIV, die glitzernden Täschchen, die ich gerne im Original besitzen würde, und die grossen Hüte mit Federn, Spitze, Strass. Hier werden Mädchenfantasien wahr – nicht nur an einem verregneten Sonntag!

1-month-shop Samstag, Dez 6 2008 

I opened a one-month-shop at the 25th of November. The shop is located near the railway station in Olten, Switzerland. I thought it would be a great idea to make my online-shop more popular and to sell a lot of jewellery, clothes, bags, greeting cards, paintings. Ecpecially because usually the time before Christmas is good for business as a lot of people buy gifts for their wives, girlfriends, friends, mothers, grandmothers,…

But as I see it now this idea of opening a temporary shop must have been one of my worst ideas. In two weeks I have only sold a little painting and a Native American jewellery set. I got just 130 sFr., but the shop rent is 1000 sFr.!!!Most people like my items but they think they could have jewellery made of gems, silver and pearls for the same price as the fashion jewellery in big retail stores. And for selling vintage and secondhand clothes it is difficult as well, either the piece is too small or too large. It’s really a hard business. And the most annoying thing is that someone has stolen one of my most expensive pieces, a 1000 sFr. bangle, out of my shop window! Isn’t that cruel? She must have known that stealing from a one-woman-shop causes a huge damage! What she has done is an act of perfect inhumanity! If I could I would curse her!