Russland, 1802:
Alexandra hatte das Pech, ihre Eltern nie kennengelernt zu haben, denn sie war eine Waise. Und als solche wuchs sie in einem erbärmlichen Waisenhaus auf. Ohne Liebe, denn für die Ammen, die dort für einen Hungerlohn arbeiteten, waren die Kinder nichts anderes als Ware und dazu noch solche, mit der man nicht sorgfältig umzugehen brauchte. Und obwohl Alexandra bei weitem nicht die Qualität und Quantität an Nahrung bekam, die sie als Kind im Wachstum gebraucht hätte, wuchs sie zu einem ungewöhnlich hübschen und gesunden Mädchen heran. Natürlich war sie zu mager und sehr bleich, aber dies trug nur umso mehr zu der Puppenhaftigkeit, ja fast Feenhaftigkeit ihres Aussehens bei. Ihre Gesichtszüge waren so zart, ihr langes, glattes, blondes Haar so fein, ihre Augen so gross und klar, dass ihr jeder, der sie zum ersten Mal sah, bewundernde Blicke zuwarf.
Mit zehn Jahren wurden die Kinder aus dem Waisenhaus ins Leben entlassen und mussten irgendwo Arbeit finden, um nicht Hungers zu sterben. Alexandra fand schon nach wenigen Tagen eine Stelle als Küchenmagd in einer Spelunke, wo sie Gemüse rüsten, Wasser schleppen und putzen musste. Als Gegenleistung bekam sie täglich etwas zu essen und eine winzige Kammer unter dem Dach, wo sie sich zum Schlafen mit einer ausrangierten Matratze und einer Wolldecke begnügen musste. Natürlich war sie nicht glücklich mit ihrer Situation, aber sie beklagte sich auch nicht, denn sie wusste, dass sie Glück gehabt hatte, so schnell eine Stelle zu finden. In ihrer spärlichen Freizeit brachte sie sich selbst Lesen und Schreiben bei, indem sie eine Speisekarte des Restaurants mitlaufen liess und anhand derer die Buchstaben lernte.
Wir wollen uns kurz von Alexandra ab- und einer anderen Person zuwenden. Nämlich Vladimir. Vladimir war ein kecker, aufgestellter Junge, der früh seine Eltern verloren hatte und deshalb bei seinen Grosseltern wohnte. Weil er für sein Alter ausgesprochen kräftig, gut gewachsen und ausserdem fleissig war, nahm ihn ein Schmied in die Lehre.
Einmal nun geschah es, dass ein Gast, der auf seiner Durchreise in eben der Spelunke nächtigte, in der Alexandra ihr tristes Dasein fristete, sein Pferd neu beschlagen lassen musste. Der Meister hiess Vladimir nach getaner Arbeit das Tier in den „Schwarzen Schwan“ zu bringen. Als der Bursche dem Gast meldete, dass sein Pferd mit neuem Hufeisen in Stall stehe, bekam er ein wunderschönes Mädchen zu Gesicht, wie er noch nie eins gesehen hatte. Das Mädchen räumte gerade schmutziges Geschirr von den Tischen und schien Vladimir überhaupt nicht zu bemerken, doch um den Jungen war es von diesem Augenblick an geschehen. Er dachte Stunde für Stunde an die unbekannte Schöne und suchte, wenn immer möglich, nach einem Vorwand, um im „Schwarzen Schwan“ aufzutauchen. So verging ein Jahr. Vladimir hatte inzwischen herausgefunden, wie seine Angebetete hiess und dass sie ein Jahr jünger war als er. Aber er hatte nie den Mut oder die Gelegenheit gehabt, sie anzusprechen.
Die Chance seines Lebens erhielt Vladimir an einem kalten Herbsttag, als er im „Schwarzen Schwan“ von seinem Lohn einen Tee kaufte und ihn am hinteren Ende der Bar schlürfte, von wo aus er die ganze überfüllte Spelunke überblicken konnte, schlürfte. Alexandra balancierte einen Stapel Teller in Richtung Küche, als sie über eine am Boden liegende Reisetasche stolperte, ihr Gleichgewicht verlor und gegen Vladimir prallte, der dadurch seinen Tee auf sein Hemd verschüttete.
„O das tut mir schrecklich Leid. Wie ungeschickt von mir! Du hast dich sicher verbrannt, kochend heiss wie der Tee war. – Komm mit mir in meine Kammer, damit ich dir ein anderes Hemd leihen kann, denn deins kannst du unmöglich länger tragen“, forderte Alexandra den Jungen auf, stellte die Teller schnell in die Küche und nahm den schüchternen, sprachlosen Vladimir an der Hand, um ihn in den ersten Stock der Schenke zu führen.
In ihrer Kammer knöpfte sie ihm das Hemd auf, als wäre das die selbstverständlichste Sache der Welt und half ihm danach in ein altes, zerlöchertes Männerhemd, das sie aus ihrem Wandschrank geklaubt hatte.
„Dein beflecktes Hemd wasch ich dir. Du kannst es morgen bei mir abholen“, sagte Alexandra und weil Vladimir noch immer nichts sagte, fügte sie hinzu: „Sag mal, kannst du eigentlich auch reden oder hat man dir die Zunge rausgeschnitten?“
Der Junge murmelte unverständlich etwas vor sich hin und lief rot an: „Ich…, ich…, ich muss dir etwas gestehen. Ich…liebe dich!“
Alexandra schaute ihn erstaunt und belustigt zugleich an.
„Wie kannst du mich lieben?“, fragte sie. „Du kennst mich doch gar nicht!“
„Oh doch“, schrie der Bursche, in seiner Ehre beleidigt, „ich kenne dich sehr gut, ich beobachte dich seit über einem Jahr.“
„Na gut, aber indem du mich beobachtest, kennst du mich noch lange nicht“, erwiderte das Mädchen lachend.
„Du glaubst, ich meine nicht ernst, was ich sage? Ich werde dir beweisen, wie sehr ich dich liebe. Warte nur, du wirst schon sehen!“
Und er rauschte gekränkt aus ihrer Kammer.
Vom nächsten Tag an erhielt Alexandra regelmässig Briefe von Vladimir, in denen er seine Liebe zu ihr beteuerte. Manchmal dichtete er etwas oder beschrieb einfach, wie leer sein Leben ohne diese Liebe gewesen war. Ab und zu brachte er ihr Blumen oder kleine Geschenke. Alexandra genoss es, so umworben zu werden, und es dauerte nicht lange, bis sie sich in den durchaus nicht schlecht aussehenden Burschen verliebte.
Von diesem Zeitpunkt an verbrachten die beiden jede freie Minute miteinander. Sie erzählten sich von ihrer Kindheit, spazierten durch die weiten Wälder Russlands, tanzten engumschlungen in Alexandras Kammer oder lagen sich einfach nur still und glücklich in den Armen. Vladimir gab Alexandra das Gefühl gebraucht zu werden, er ersetzte das Leere und Sinnlose in ihrem Leben durch Liebe und Geborgenheit.
Alexandra war zum ersten Mal richtig glücklich, und dafür war sie sehr dankbar. Und Vladimirs Zuneigung flaute mit der Zeit nicht etwa ab, sondern wurde – im Gegenteil – von Tag zu Tag stärker. Als Zeichen ihrer Liebe ritzten sich die beiden sogar einmal die Haut an den Handgelenken auf, drückten das Blut hervor und pressten die Wunden aufeinander, auf dass ihr Blut sich vermische und sie von nun an ein Wesen seien.
So zogen in Glückseligkeit zwei Jahre ins Land.
Eines Abends im November wollte Vladimir Alexandra in ihrer Kammer besuchen. Er durchquerte die Zeche mit ihren johlenden Gästen und stieg in der hinteren Ecke die schmale Treppe hinauf, die zu Alexandras Zimmer führte. Vor ihrer Tür angekommen, hörte er erstickte Laute. Vladimir lauschte eine Weile, bis er voller Angst die Tür öffnete. Und sein Herz blieb ob dem, was er sah, stehen. Der Wirtshausbesitzer, der schon lange ein Auge auf Alexandra geworfen hatte, lag auf ihr und küsste ihre entblössten Brüste. Den Mund hatte er ihr mit einem Tuch zugebunden, damit sie niemand hören konnte, wenn sie schrie. Ihre Arme hielt er mit seinen grossen, starken Händen fest, weshalb sie sich nicht befreien konnte, so sehr sie sich auch anstrengte.
Vladimir reagierte so, wie wohl jeder andere liebestrunkene Mann reagiert hätte: er packte den hölzernen Stuhl, der neben der Bettmatratze stand, und schlug ihn voller Wucht auf den Schädel des Wirtes, der in seiner Lust nicht bemerkt hatte, dass jemand das Zimmer betreten hatte. Der Stuhl zerbrach in Tausend Splitter. Und der Wirt? – Der lag unbeweglich über dem zappelnden Mädchen; an seinem Hinterkopf klaffte eine Wunde.
Vladimir holte seine Freundin unter dem schweren Körper hervor, löste ihre Mundbinde und nahm das zitternde Mädchen in seine Arme. Alexandra weinte und war vollkommen verstört. Ihr Retter strich ihr über das zerzauste Haar und sprach ihr beruhigend zu. Alexandra stammelte etwas Unverständliches, doch der Junge legte ihr zärtlich den Zeigefinger auf den Mund und sagte: „Psst! Sprich jetzt nicht. Es ist alles gut. Ich bin ja bei dir. Ich bin bei dir.“
Nachdem sich Alexandra ein wenig von ihrem Schock erholt und sich die Tränen getrocknet hatte, untersuchte Vladimir vorsichtig die Wunde des Wirts, die sehr ernst aussah. Vladimir presste schliesslich seinen Daumen auf die Schlagader am Handgelenk, doch er konnte, so sehr er sich auch bemühte, keinen Puls ausmachen.
„Er ist tot!“, rief er voller Entsetzen aus. „Ich habe ihn getötet!“
Die Farbe wich vollends aus seinem Gesicht, als er sich vorstellte, was man mit ihm machen würde, wenn auskäme, dass er den Wirt ermordet hatte.
„Wir müssen von hier verschwinden. Wenn wir bleiben, sind wir unseres Lebens nicht mehr sicher. Niemand wird uns glauben, dass es Notwehr war. Komm, wir müssen weit fort von hier, wo uns niemand kennt und wo wir ein neues Leben beginnen können.“
Er packte die verschüchterte junge Frau am Arm und zog sie, sobald sie ihre wenigen Kleider in einen Sack gestopft hatte, aus dem Raum.
Sie verabschiedeten sich von niemandem; Vladimir schlich sich nur noch schnell ins Haus seiner Grosseltern, um etwas Proviant und einige Decken einzupacken.
Mit dieser geringen Ausstattung ausgerüstet, zogen sie in die tiefen Wälder Russlands.
Ein blasser, runder Mond und unendlich viele Sterne leuchteten ihnen den Weg durch die düstere, verschneite Landschaft. Der Schnee war so hoch, dass sie nur mühsam vorwärts kamen. Die Nacht war kalt und grausam und liess sie bis ins Knochenmark frieren. Gespenstische Schatten huschten umher, in denen die beiden ihre Häscher zu erkennen glaubten. Sie wanderten die ganze Nacht
hindurch. Und als der Morgen in einem fahlen Licht dämmerte, legten sie im Schutze eines Buschwerks eine Rast ein. Sie massierten sich gegenseitig die steifen Glieder und assen ein Stück Brot. Alexandra fielen vor Müdigkeit die Augen zu, doch Vladimir rüttelte sie wach und zerrte sie wieder auf die Beine.
„Komm! Komm weiter. Wenn wir hierbleiben und einschlafen, erfrieren wir.“
So setzten sie ihren Marsch bis zur Mittagszeit fort und wechselten sich dann mit der Wache ab, damit jeder ein paar Stunden schlafen konnte.
Nachdem sie sieben Tage gegangen waren und wegen mangelnden Schlafes und Essens und der fast unaushaltbaren Kälte mehr tot als lebendig waren, sahen sie in einiger Entfernung eine Ansammlung von Lichtern.
„Ein Dorf! Dort vorne ist ein Dorf!“, schrie Vladimir und schöpfte neue Energie. Doch Alexandra war inzwischen dermassen geschwächt, dass sie zusammenbrach. Vladimir rieb ihr Gesicht, doch das nützte nichts mehr. So blieb dem jungen Mann nichts anderes übrig, als seine Liebste auf die Schultern zu packen und ins Dorf zu tragen.
Natalija war Schneidermeisterin und für ihr gutes Herz bekannt. So verwundert es nicht, dass sie, als sie sah, wie ein magerer Junge eine leichenblasse Gestalt auf dem Rücken trug, aus ihrem Schneideratelier gerannt kam, um die beiden bei sich aufzunehmen. Sie bereitete ein heisses Bad, damit sie sich etwas aufwärmen konnten und hüllte dann Alexandra auf einem Bett in warme Decken. Das Mädchen hatte hohes Fieber, und es war nicht sicher, ob es überleben würde.
Natalija kochte eine heisse Gemüsesuppe für die Zwei und drang Vladimir, seine Geschichte zu erzählen. Dieser erzählte, sie seien auf der Durchreise von Banditen überfallen und ausgeraubt worden und hätten den Rest des Weges ohne Pferde zurücklegen müssen.
Natalija, die vom Schicksal der beiden sehr berührt war, verschaffte Vladimir eine Stelle beim Dorfschmied.
Alexandra genas langsam, ihr Fieber und ihr Keuchhusten waren auch nach Tagen noch sehr besorgniserregend. Hinzu kam, dass man im Dorf nicht über die Medikamente verfügte, die sie gebraucht hätte. Vladimir sass jeden Abend an ihrem Krankenbett, sprach ihr ruhig zu, wechselte ihre Fieberumschläge und tupfte ihr den Schweiss von der Stirn.
Eine Woche nach ihrer Ankunft wollte es der Zufall, dass ein sehr wohlhabender Mann ins Dorf geritten kam und einen abgefallenen Knopf an seinem Jackett angenäht haben musste. Er begab sich also in das Schneideratelier von Natalija und sah dort Alexandra, von deren Schönheit und Zerbrechlichkeit er sofort
fasziniert war. Er fragte die Schneiderin und Vladimir über die schöne Kranke aus und erfuhr auf diesem Wege, dass Alexandra sogar Lesen und Schreiben konnte, was ihn stark beeindruckte, da dies für eine einfache Frau mehr als ungewöhnlich war. Es dauerte nicht lange und der fremde Edelmann bot sich an, Alexandra als seine Frau auf sein Gut zu bringen, wo es gute Ärzte gab, die sich um sie kümmern konnten. Vladimir war über diesen Vorschlag zuerst empört, sah dann aber ein, dass dies die einzige Möglichkeit war, dass sie wieder gesund würde. Schweren Herzens überredete er Alexandra und versprach ihr, immer zu schreiben.
Am nächsten Tag liess der reiche Herr eine Kutsche mit Fellen ausstatten, in die er seine zukünftige Frau vorsichtig packte, damit sie auf der Reise nicht frieren musste. Vladimir fiel es schwer, sie gehen zu lassen, aber er wusste, dass er sie freigeben musste, um ihr das Leben zu retten.
In den folgenden Monaten schrieben sich die beiden Unglücklichen heimlich Briefe, die sie durch einen Boten austragen liessen. Alexandra berichtete, dass es ihr seit ihrer Ankunft im Herrschaftshaus ihres Gönners von Tag zu Tag besser ginge. Sie schrieb auch, dass ihr frischbackener Gatte sie sehr verwöhne, ihr jeden Wunsch von den Augen ablese. Allerdings vergass sie nie, ihre Liebe zu Vladimir zu beteuern und wie sehr sie ihn vermisse. Vladimir seinerseits schrieb von der unsagbaren Sehnsucht, die seine Seele verzehrte, von der Liebe, die ihm so sehr auf der Brust brannte, dass er am liebsten schreien wollte. Und er erzählte von seiner zerstörerischen Eifersucht, die ihn kaum schlafen liess.
So verging mehr als ein Jahr und Vladimir wusste, dass er ziemlich genau alle vier Wochen einen Brief von seiner Liebsten bekam, mit der er sich bald einmal im Geheimen treffen wollte. Vladimir erwartete also in den nächsten Tagen eine Antwort, doch sie kam nicht. Jeden Abend fragte er sich, warum sie ihm nicht schrieb und jedes Mal kam er auf dieselbe Antwort: dass sie ihn nicht mehr liebte, weil sie sich in ihren Ehemann verliebt hatte. Dieser Gedanke machte ihn rasend vor Schmerz und Wut, und deshalb beschloss er drei Wochen nach dem Datum, an dem der Brief hätte kommen sollen, dass er Alexandra gleich persönlich zur Rede stellen wollte. Er packte also seinen Beutel und machte sich auf den Weg. Natalija hatte ihn von diesem Vorhaben abhalten wollen, denn im Dezember war es extrem gefährlich, zu Fuss eine weite Strecke zurückzulegen. Doch Vladimir war so verbissen in die Idee seiner verlorenen Liebe, dass er alle Ratschläge in den Wind schlug.
Die Wetterverhältnisse waren schlecht und es geschah am zweiten Tag seines Marsches, dass Vladimir fernab von jeglicher Zivilisation in einen Schneesturm geriet und die Orientierung verlor. Nach sechs Tagen erfolglosen Umherstreifens waren seine Vorräte aufgebraucht, denn eigentlich hätte er dann die Stadt, in der seine Angebetete wohnte, erreicht haben müssen. Doch rings um Vladimir war
nichts als tiefster Schnee und bedrohlich wirkende Bäume. Weit und breit nicht die geringste Spur einer menschlichen Behausung. Nach drei weiteren Tagen gingen ihm die Streichhölzer aus. Jetzt wusste er, dass er verloren war, wenn nicht ein Wunder geschah. Er schleppte sich noch einige Stunden weiter, in der verzweifelten Hoffnung, doch noch auf Menschen zu treffen, doch schliesslich versagten ihm seine Beine ihren Dienst, und er sank in sich zusammen. Auf der kalten, glitzernden Schneedecke blieb er regungslos liegen und schlief bald darauf vor Erschöpfung ein. Und mit dem Schlaf kam der Tod.
Ein eisiger Windhauch wehte über den bläulich verfärbten Körper und trug Vladimirs Seele mit sich fort.
Alexandra inzwischen verwunderte sich, dass sie noch keinen Brief von ihrem Liebsten bekommen hatte. Sie wartete fast einen weiteren Monat, bevor sie einen zweiten Brief schickte, auf den sie von Natalija zur Antwort bekam, dass sich Vladimir schon vor über zwei Monaten aufgemacht habe, sie zu besuchen; ob er denn nicht angekommen sei? Alexandra war natürlich ob dieser Antwort zutiefst beunruhigt. Sie gestand ihrem Mann ihre heimliche Liebe zu Vladimir und drängte ihn, eine Suchaktion zu starten. Tatsächlich wurde Vladimirs Leiche wenige Wochen später gefunden und geborgen. Ausserdem kam aus, dass der Bote Alexandras ersten Brief verloren hatte und sich aus Angst vor Bestrafung nicht getraut hatte, Vladimir oder Alexandra davon zu berichten. Die junge Frau bereitete daraufhin ihrem Leben ebenfalls ein Ende, indem sie sich in einen der eisigen Flüsse Russlands stürzte. Ihr Mann jedoch heiratete später wieder und lebte glücklich bis an sein Lebensende.