Der Tod kann die Liebe nicht rauben Mittwoch, Jun 24 2009 

Der Schleier der Nacht fällt über den Himmel und verdrängt die Helligkeit des Tages. So, wie langsam die langen Schatten aus der Weite des Landes kriechen, keimen in meinem Herzen Erinnerungen auf, werden grösser und grösser, unaufhörlich, bis sie den letzten, kleinsten Winkel meines Selbst ausgefüllt haben.

Ich fühle einen stechenden Schmerz in meinem Herzen; mein Atem rasselt.

Ich versuche ruhig zu bleiben und horche angestrengt in mich hinein. Nach einiger Zeit höre ich Bilder, die vor meinem blinden Auge vorüberziehen. Ich höre das streichelnde Geräusch deiner Finger, die mir durch die Haare fahren. Ich vernehme deine weiche, vertraute Stimme, die mir zärtliche Worte ins Ohr flüstert. Ich halte die Laute in meinem Herzen fest und setze mich kraftlos auf die weissbedeckte Erde. Meine Nase schnuppert in die frische Luft, die nach der herben Nässe des Winters riecht und sich auf einmal mit dem Duft deiner Haut vermengt. Betörend umschmeichelt dieser Duft meine Sinne, lockt, schmachtet und ruft nach mir, bis es ihm gelungen ist, meinen Geist von meinem Körper zu trennen und ihn mühelos mit sich fortzutragen. Mein Körper bleibt auf dem glitzernden Boden zurück, aber mein Geist entschwebt leicht wie eine Feder in luftige Höhen. Eine tiefe Stille kommt mir entgegen und nimmt mich in ihre Arme wie du es immer getan hast

Einem Ei gleich liegt meine Seele in die Gebärmutter der Nacht gebettet. Schützend umhüllt sie meinen Geist mit ihrem schwarzen, samtigen Mantel, als wäre sie um mich besorgt wie eine Mutter um ihr Kind besorgt ist. Die Nacht ist meine Gastgeberin geworden.

Szenen, Bilder, Worte aus unserer gemeinsamen Zeit leben jetzt wieder auf und lassen meine Seele leuchten; ein Leuchten, das aus meiner vollkommenen Liebe entsteht.

Auf der Erde werden einige aufmerksame Menschen dieses Leuchten als neuen Stern bezeichnen.

Meine Lippen haben vor kurzem zu zittern aufgehört. Die Nacht ist kalt und der Winter streng. Am nächsten Morgen wird man einen leblosen Körper im Schnee finden, dessen Herz erfroren ist, obwohl es von der Erinnerung an diese eine Liebe gewärmt wurde. Meine steife Hand wird noch immer den Bernsteinanhänger umklammert halten, das erste Geschenk, das ich von dir bekommen habe; diese „Träne der Sonne“, die niemals versiegt und deren Glanz vielleicht sogar den neuen Stern am Himmel überdauern wird.

Odysseus Montag, Mär 23 2009 

Stark bist du, Odysseus, klug und voller Mut! Allein musst du trotzen Poseidons Flut, als er dich vernichten will im weinfarbenen Meer und dir die Heimat verweigern will, die Wiederkehr. Armer Odysseus! Wie bist du übermütig am Anfang, doch bald wünscht Poyphem deinen Untergang. Bestehen musst du viele Gefahren auf deiner Fahrt, währenddessen wächst deinem Sohn langsam der Bart. Durch deiner Gefährten Argwohn wirst du betrogen um deinen Lohn. Die äolischen Winde entschwinden, als deine Schiffe sich nah der Heimat befinden. Durch Vorsicht entkommst du den Laistrygonen, die kein lebend Wesen verschonen. In Tiere verwandelt deine Männer die Zauberin Kirke, nur du behältst deine Gestalt, weil der Zauber bei dir nicht wirkte. In der Unterwelt fragst du Teiresias, den Greis, was er über deine Heimfahrt weiss. Wegen der Sirenen verlierst du den Verstand fast, zum Glück bist du gebunden an des Schiffes Mast. Sechs deiner Leute frisst dir Skylla, das Ungeheuer, danach schlachten deine Männer Helios‘ Wiederkäuer. Als Strafe sterben sie alle im Meeresschaum, dich aber rettet vor Charibdys ein Olivenbaum. Bei Kalypso verbringst du Jahr für Jahr und sehnst dich nach deiner Frau unsagbar. Inzwischen besetzen dir den Hof wie Geier unzählige unverschämte Freier. Endlich gibt Kalypso dich frei, auf dass du ein Floss baust aus Holz und Seil. Poseidon zerschlägt im Sturm dein Floss, du kommst nach Scheria und wirst besinnungslos. Die Phaiaken bringen dich nach Ithaka zurück, wo du die Freier tötest in einem Stück und dich mit Frau und Sohn vereinst in Glück.

Dance of Love Mittwoch, Jan 21 2009 

White mist is floating through the forest of loneliness. I am dancing like a fairy. There’s silence except for the light whispers of the wind. I’m turning round my shoulders, making pirouettes of pain. An owl is sitting on a branch, its eyes glimmering in the dawn. Tears are steadily running down my cheeks. When the sun rises, the sunlight will be captured by them. The earth is damp. Its heavy smell is broadcast in this hour between night and day. Where are you, my love? Why don’t you come and embrace me? I want to feel your arms around me, your voice in my ear, your breath on my throat. The waterdrops on the moss beneath my feet are beginning to shimmer like crystals. My mind is light as a feder but my heart is pounding violently in my chest. The cry of the owl echoes in the beginning day. Come, my love, and save my from myself. Take influence on our lifes. Be my guard. The veil of the mist is vanishing as well as my hopes. I’m turning round and round and round like mad. There are only a few seconds until the night will be struggled down by the day. There’s still no sign of you! Now – the sun is sending its first arrows through the trees. In the moment they touch my skin, I’m breaking down. I’m lying open-eyed on the earth of the forest. My heart is silent now. As silent as a heart can ever be. My hand is streched out to reach for you. The owl has gone with the night. The golden light is pouring over the scenery and is captivated by the drying tears on my cheeks. Imprisoned in my heart is a dream which should not have been dreamt. In a few hours my heart will be cold and the forest will have forgotten me and my hopeless dance of love.

Illions Fall Donnerstag, Okt 16 2008 

Dumpf prallten zusammen der Feinde Schilde.

Aug in Aug standen sich gegenüber wie Wilde:

Die Helden der Troer und Argeier.

Letztere nannten sich der Helena Befreier.

Funkelnd traf Erz auf Erz

und verursachte viel Leid und Schmerz.

Die Männer jubelten laut,

wenn sie ritzten des Gegners Haut.

Achill brachte der Wurf der Lanze

für die Ewigkeit des Ruhmes Glanze.

Der Spitz drang tief in Hektors Schlüsselbein

und brachte über Illion grosse Pein.

Achill schleifte die Leiche um das Grab Patroklos‘,

bevor er sie zurückgab in Priamos Schoss.

Bald darauf fielen Achill und die hohen Mauern,

um die bis heute manche Götter trauern.

Durch das Pferd, des Odysseus‘ List,

brannte schliesslich Troja nach zehnjähriger Frist.